Teil eines Werkes 
3. Band, 1812 : ein historischer Roman : 3. Theil (1843)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

29

erſt durch ſeinen heftigen Angriff aus dem kalten Stein lockt, ſo haben die Schläge des Schickſals in Deutſchland edle Funken geweckt, die zur ſtillgenährten Glut verbunden, einſt in mächtiger Flamme auflodern werden. Ja, die edelſten Männer reichen einander die Hand; ein längſt geſtifteter Bund, der äußerlich zwar ſchon längſt wieder gelöſt wurde, aber in ſeinen höhern Zwecken dennoch fortbeſtand, vereint ſie und ſchlingt ſich in geheimer Kette durch unſer ganzes Vaterland. Näher und vertrauter als jemals ſind dieſe Edlen jetzt verbunden, und in Allen lebt der feſte Entſchluß, das Unwürdige nicht thatlos duldend zu ertragen. Doch mit dem ſtarken Zügel der Mäßigung halten ſie den Ausbruch des tiefen Unwillens zurück, bis die Kräfte dem Willen ge⸗ wachſen ſind. Der günſtige Augenblick ſoll erwartet werden; 8 es iſt kein müßiges Harren, denn dem aufmerkſamen Auge zeigt ſich die Gunſt des Schickſals oft. Indeſſen werden alle Kräfte vorbereitet, genährt, ſichere Freunde gewonnen, im Stillen der gute Same geſtreut. Die geheimen Fäden zum Gewebe großer Ereigniſſe ſind ausgeſpannt; ein Wink und 1 tauſend Hände ſind daran geſchäftig. Arnheims Blicke leuchteten begeiſtert, als er ſo ſprach; auch in Mariens Auge glänzte ein Goldblick der Hoffnung durch den feuchten Thau, der es benetzte. O, ſo ſoll in dieſes Herz doch noch Freude und Hoff⸗ nung zurückkehren, ſprach ſie;es ſind Empfindungen, von * denen es ſich ſeit lange entwöhnt hatte. Wie ſehr danke ich Ihnen für dieſe Nachricht. Wie richten Sie den ſchon ge⸗ brochenen Muth in mir auf! Und Sie gehören zu dieſem Bunde? fragte ſie nach einigen Augenblicken. Seit zwei Wochen erſt, wo würdige Männer in Preu⸗ ßen mich dazu bewährt fanden, erwiderte Arnheim. Nehmen Sie auch mich darin auf, als ein ſtummes,