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für die Freiheit des Vaterlandes kämpften! Wenn der Tag gekommen wäre, der lang, heißerſehnte Tag, wo das in den Staub gebeugte Polen ſeinen edlen Nacken wieder ſtolz auf⸗ richten könnte! Wenn der weiße Adler die gelähmten Schwin⸗ gen ausbreitete und den kühnen Flug zur Sonne der Freiheit, des Ruhmes zu wagen vermöchte! O dann, dann, dreimal Heil und Segen über dieſen Sieg! Das Blut der Gefalle⸗ nen wäre nicht umſonſt gefloſſen!“ Gleich einer Königin ſtand die erhabene Frau da, Hände und Blick aufwärts zum Himmel hebend.
Drittes Capitel.
Lodoiska trat wieder ein. Der Wechſel der Angſt und der Freude hatte die zarte Geſtalt ſo angegriffen, daß das leichte Roth auf ihren Wangen eher einer krankhaften Spur fieberhafter Bewegungen, als einem Zeichen der Geſundheit und innerer Befriedigung glich.
Die Gräfin wußte, daß körperliche Bewegung und fri⸗ ſche Luft ihr dann am zuträglichſten waren; ihr ſelbſt war ein Spaziergang ins Freie nöthig, um die Wallung ihrer Bruſt zu beruhigen. Sie ſchlug vor, in den Garten zu gehen; die Saalthüre öffnend trat ſie gleich ſelbſt hinaus, die Andern folgten.
Die Sonne hatte das Grau des Himmels ein wenig getheilt und warf einen Halbſchimmer durch die dünnen, wei⸗ ßen Wolkenſtreifen, die vor der glänzenden Scheibe dahinzogen. 3 Marie blieb einen Augenblick ſtehen und ſah gegen den
Himmel hinaufV; ſie verlor ſich in Betrachtungen. 2*


