Teil eines Werkes 
3. Band, 1812 : ein historischer Roman : 3. Theil (1843)
Entstehung
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Zeit vernichtet; was jetzt beſteht, iſt nur vorübergehend. Er ſelbſt weiß, daß es nichts Feſtes iſt, denn er ſelbſt reißt ja täglich ein, was er für die Noth des Augenblicks aufbaute, 7 und läßt Völker und Fürſten gleich ſchnell ihre Pflichten 4 wechſeln und ändern. Iſt aber erſt das große Ziel ſeines ge⸗ waltigen Wollens erreicht, iſt der Continent eben ſo ein

ſtreng im Innern Zuſammenhängendes, als die

Ländermaſſe, aus der er beſteht, ſich äußerlich verbindet: dann

wird der große Mann einen feſten, dauernden Grund legen,

um auf demſelben einen ſtolzen Bau für ferne Zeiten zu begründen. Dazu mußte dieſer letzte Kampf gefochten ſein. Niemand fühlt es ſo tief als ich, wie bittere Opfer der De⸗ muth, der Entſagung, des gebrochenen Stolzes Deutſchland bringen mußte; aber ſie werden nun ein Ende haben. Sie waren eine Vergeltung für alte, ſchwere Verſchuldungen; die Geſchichte erſpart keinem Volke eine ſolche Buße für alte Vergehungen. Sie richtet nicht die Thäter, nicht die Perſonen, aber die Thaten, die Dinge mit unver⸗ brüchlicher Gerechtigkeit. Und könnte Deutſchland die Vortheile ableugnen, die es ſchon halb, nur durch die Zer⸗ ſtörung vieles Alten, Verderblichen gewonnen hat, obwol das neue Gute noch nicht an die Stelle des Zertrümmerten ge⸗ treten iſt? Fragen wir uns ernſtlich, ob es vor zwanzig Jahren gut bei uns warz wir müſſen antworten: Nein! Es ſtand ſchlecht um Alles, was das Glück eines Volkes bilden 19 ſoll. Seit Jahrhunderten hat Deutſchland nur Kriege mit ſſiich ſelbſt geführt. In unzählige Gebiete geſpalten, gehorchte es hundertfacher Willkür. Die Einheit der Nation war ver⸗ ſchwunden. Nur die Sprache bildete noch das innere, gei⸗

6 ſtige Band. Tauſend Schranken thürmten ſich einer freien, Kwhätigen Entwickelung der Volkskräfte entgegen. Nur auf ſein Inneres war der Deutſche gewieſen; das hat er redlich 8 III. 2

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