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den?“ fragte Marie mit einer Stimme, der man den un⸗ terdrückten tiefen Schmerz anhörte.
„Für den Continent gewiß,“ entgegnete Arnheim.
Die Gräfin, welche Mariens Sinnesart kannte, denn dieſe hatte bei aller Freundſchaft für ihre wohlwollende Be⸗ ſchützerin doch nie einen Hehl daraus gemacht, dachte zu edel, um ihre Freude über eine Wendung der Weltbegeben⸗ heiten zu äußern, die für eine Deutſche ſo niederſchlagend ſein mußte. Marie ihrerſeits, welche beſonders ſeit ihrem Aufenthalte in Polen leicht begriff, wie viel dieſe Nation von den Siegen des Kaiſers zu hoffen hatte, trug ihren Kummer ſtill. Kaum daß ein ſchmerzlicher Zug um ihre geſchloſſenen Lippen ihn verrieth.
Arnheim ſchien ſie jedoch zu verſtehen, weil er ähnlich fühlte. Doch griff der Schmerz um das Vaterland nicht ſo tief in ſeine Seele; theils weil er ſein Geburtsland, öſtreich, jetzt höher geſtellt zu ſehen hoffen durfte, theils, indem er als Soldat eine kriegeriſche Verehrung vor dem franzöſiſchen Kaiſer als Feldherrn empfand, vorzüglich aber, weil er ſich in glücklichern Hoffnungen für Deutſchland wiegte, als man damals zu haben pflegte. Er hielt es für gut, von dieſen zu ſprechen.„Vielleicht,“ äußerte er, iſt das Reſultat die⸗ ſer Schlacht ſegensreich für ganz Europa. Gegen wen wird eigentlich der Krieg geführt? Meiner Meinung nach nicht gegen Rußland, ſondern gegen England. Durch die Beſie⸗ gung der ruſſiſchen Heere iſt der Kaiſer nunmehr endlich Herr aller europäiſchen Küſten; denn Spanien und Portugal wer⸗
den bald ganz in ſeiner Gewalt ſein. Alsdann iſt er im Stande, den Engländern die Bedingungen des Friedens, wenn
nicht unbedingt vorzuſchreiben, doch wenigſtens ſie zur An⸗ nahme billiger Verträge zu bewegen. Englands Macht iſt ſo groß, daß der ganze Continent aufgeboten werden mußte,


