Teil eines Werkes 
3. Band, 1812 : ein historischer Roman : 3. Theil (1843)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

19

liche Liebkoſungen, die die eigne Angſt um den Bruder ſorg⸗ fältig verbarg, und die Kraft dazu eben aus Lodoiska's Schwäche ſchöpfte, vollendeten ihre Beruhigung, ſoweit dies jetzo möglich war.

Nach einigen Minuten trat ein Diener ein und mel⸗ dete, Rittmeiſter Arnheim bitte dringend um die Erlaubniß, vorgelaſſen zu werden, er bringe glückliche Botſchaft.

Erſt jetzt erfuhr Marie, angenehm überraſcht, doch ein wenig verlegen, die Anweſenheit dieſes Bekannten aus der Heimat, deſſen große Aufmerkſamkeit für ſie ihr nicht ent⸗ gangen ſein konnte. Lodoiska, nur mit dem für ſie ſo äng⸗ ſtigenden Ereigniß beſchäftigt, hatte bisher deſſen noch gar nicht gedacht. Die Gräfin wußte durch das Madchen nichts weiter, als daß ein fremder Offizier Lodoiska unterſtützt und geleitet habe.

Sehr willkommen! ſprach ſie und winkte dem Diener.

Lodoiska war in größter Spannung, denn ohne eine dringende Veranlaſſung, und wie Alles andeutete, auch nicht ohne eine glückliche, konnte ſich der Rittmeiſter nach der Art, wie ſie von ihm Abſchied genommen hatte, unmöglich jetzt ſchon einſtelen. Mit klopfendem Herzen vernahm ſie ſeine raſchen Schritte im Vorſaal.

Verzeihen Sie mir nur mein raſches Eindringen, ſprach er eintretend zur Gräfin, naber ich konnte mir's unmöglich verſagen, ſelbſt der überbringer dieſes Blattes zu ſein, wel⸗ ches unſtreitig Ihre Beſorgniſſe wegen der Schlacht ſogleich heben wird. Dabei überreichte er ihr ein offenes Blatt, auf welchem einige, mit Bleiſtift geſchriebene Worte in pol⸗ niſcher Sprache ſtanden.

Tauſend, tauſend Dank! erwiderte die Gräfin, als ſie einen Blick auf das Papier geworfen hatte.Hier, Lodoiska, lies Du ſelbſt, was mein Bruder ſchreibt:Theure Schwe⸗