Teil eines Werkes 
3. Band, 1812 : ein historischer Roman : 3. Theil (1843)
Entstehung
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ſchichte gibt; die Zahl der Todten und Verwundeten iſt noch nicht genau bekannt; doch im überſchlag gibt die Depeſche ſie auf ſechzig⸗ bis ſiebzigtauſend von beiden Seiten an. Der Sieg des Kaiſers iſt mit unermeßlichen Opfern erkauft.

Das Bild des Schlachtfeldes trat plötzlich mit ſo ent⸗ ſetlichen Farben vor Lodoiska hin, es erfüllte ihre Seele mit ſolchem Grauſen, daß ſie, ihrer ſelbſt nicht mehr mächtig, erblaſſend zurücktrat und mit dem erſterbenden Ausruf:Hei⸗ lige Mutter Maria! in die Kniee ſank.

Arnheim ſprang hinzu und fing ſie in ſeinen Armen auf. Verlegen ſah er ſich nach Hülfe um, als ſchon Lo⸗ doiska's Mädchen haſtig herbeieilte und im ängſtlich wehkla⸗ genden Tone rief:Um Gottes willen, was iſt meinem Fräulein?

Der Schreck über die Nachricht von der Schlacht hat ſie ſo heftig ergriffen; wir wollen ſie hier in das Hotel des Geſandten tragen! ſprach Arnheim.

Doch Lodoiska öffnete die Augen wieder. Eine dunkle Gluth der Beſchämung hauchte den Marmor ihrer Wangen an; ſie ſeufzte tief auf. Zu ſprechen vermochte ſie noch nicht, doch richtete ſie ſich empor und blieb nur auf den Arm des Mädchens gelehnt.

Wie ſoll ich Verzeihung für meine Unvorſichtigkeit hof⸗ fen, ſprach Arnheim;wir Soldaten ſind ſo roh, daß wir bei der Nachricht von einer Schlacht niemals an die Opfer denken.

Sie ſind nicht ſchuld, antwortete Lodoiska;es war nur meine Thorheit. Da brachen ihre Thränen unaufhalt⸗ ſam hervor.Ich muß nach Hauſe vergeben Sie nur ſprach ſie mühſam.

Darf ich Ihnen meinen Arm leihen? Oder befehlen