ſichtig fort.„Blutig, wie es kein Beiſpiel mehr in der Ge⸗
Stimme ſagte ihr, daß Nachrichten von der Armee gekom⸗ men ſein müßten. Sie beſchleunigte ihre Schritte; zu blöde, ſich ſelbſt zu erkundigen, gab ſie ihrem Mädchen den Auf⸗ trag und wollte, langſam vorangehend, dieſelbe jenſeit des Höotels erwarten. Doch indem ſie vor der Thür vorbeiging, kam ein Offizier in Paradeuniform heraus; er ſtutzte, als er ſie ſah, ſchien ſie zu erkennen, ging raſch auf ſie zu, ver⸗ beugte ſich und ſprach:
„Ich hoffe vielleicht zu viel von der Güte Ihres Ge⸗ dächtniſſes, wenn ich vorausſetze, daß Sie mich noch kennen ſollten, gnädigſte Gräfin?“
Lodoiska war jungfräulich überraſcht, doch erkannte ſie ſogleich den Rittmeiſter Arnheim von Teplitz.
„O gewiß erkenne ich Sie,“ war ihre Antwort,„wenn⸗ gleich ich nur wenige Tage in Teplitz zugebracht habe. Da⸗ für iſt es aber auch erſt ganz kurze Zeit her, daß wir es verließen. Aber was führt Sie nach Warſchau?“
„Meine Herſtellung iſt vollendet. Ich gehe zur Armee nach Volhynien ab.“
„Es ſcheint, daß ſo eben wichtige Nachrichten beim fran⸗ zöſiſchen Geſandten eingetroffen ſind,“ ſprach Lodoiska ein wenig ängſtlich und ſah ſich um, ob ihr Mädchen noch nicht nachkomme.
„Die wichtigſten von der Welt,“ entgegnete der Ritt⸗ meiſter raſch;„dieſen Augenblick brachte ſie der Courier. Es iſt eine große Schlacht vorgefallen, bei Moſaisk, zwei Tage⸗ märſche von Moskau!“
„Ohne Zweifel ſehr blutig?“ fiel Lodoiska erblaſſend und zitternd ein.
Arnheim bemerkte im Gehen nicht, daß ſie durch die Nachricht ſo heftig ergriffen wurde, und fuhr daher unvor⸗


