Teil eines Werkes 
3. Band, 1812 : ein historischer Roman : 3. Theil (1843)
Entstehung
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haft angeregte Reiz ihrer Nerven vielleicht ein unſichtbares Band zwiſchen ihr und der Zukunft? Gibt es warnende, wahrſagende Stimmen für ein leiſer horchendes Ohr? über⸗ hören wir ſie nur in dem rauſchenden Getümmel einer äu⸗ ßerlichen Welt, der wir uns nur zu ſehr entgegenneigen?

Ach, Lodoiska vernahm ſie wie das ferne, ſchauerliche Grollen heranziehender Gewitter, wie bange Klagelaute im Nachtgeräuſch des Windes, unter dem angſtvollen Pochen ihrer Bruſt.

Dann flüchtete ſie in die Kapelle; nur im Gebet fand ihre ſchöne Seele die Ruhe wieder. Denn dort ſchwiegen die Stimmen des Lebens, der Leidenſchaft; die aufgeregten Wogen beſchwichtigten ſich, die trüben, fremden Stoffe ſanken auf den Boden hinab, und der Himmel ſpiegelte ſich klar und tief in der beruhigten Fluth.

Iweites Capitel.

Es war ein grauer Septembertag, an dem Lodoiska, nur von ihrem Mädchen begleitet, die nahe Kirche beſuchte. Ihr Weg führte ſie vor dem Hotel des franzöſiſchen Geſand⸗ ten in Warſchau, Herrn von Pradt, vorüber. Vor der Thür hielt ein Courierwagen; ſie bemerkte eine auffallende Bewegung unter den Dienſtleuten. Es mußte eine Nach⸗ richt von Wichtigkeit eingetroffen ſein. Mit klopfendem Her⸗ zen näherte ſie ſich. Freilich konnten von allen Gegenden Eu⸗ ropa's, aus Spanien, Paris, Italien, Wien, die Eilboten bei der Geſandtſchaft eintreffen; allein die größten Ereigniſſe begaben ſich doch jetzt da, wo ihr Herz weilte. Eine innere

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