Teil eines Werkes 
3. Band, 1812 : ein historischer Roman : 3. Theil (1843)
Entstehung
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Um ihre wallende Bruſt zu beruhigen, war ſie hinaus in den Garten getreten. Die Mittagsſonne ſtrahlte hell durch die Wipfel der hohen Bäume; ein leichter Wind rauſchte in den Zweigen. Zarte Wolken ſchwebten durch den lichten, blauen Raum dahin. Marie, deren fein verſtehender Sinn die Freundin ſchnell begriffen hatte, ging ihr nach, um ſie zu beruhigen; denn beim traulichen Geſpräch in der Stunde vor dem Einſchlummern hatte Lodoiska ihr oft das Herz geöffnet und ſich ſelbſt ihrer Überwältigung durch die Liebe angeklagt, ohne Mariens Troſt annehmen zu wollen, die wahrhaft eine hohe, ſeltene Kraft des Gemüths in dieſer Stärke der Leidenſchaft erkannte. Als Lodoiska aber den Springbrunnen erreicht hatte, wo ſich ihr Bund mit Jaro⸗ mir geſchloſſen, trat Marie an ſie heran, legte den Arm um ihren Nacken, küßte ſie auf die Wange und ſprach: O, ich wollte, Du hätteſt meinen Namen, Liebe!

Ich wollte, ich hätte Dein ſanftes, ſtarkes, beherrſch⸗ tes Herz, Theuerſte, entgegnete Lodoiska und trocknete ſich die Thränen ab.Aber weshalb wünſcheſt Du mir Dei⸗ nen Namen?

Um Dir ſagen zu können, Maria hat das beſſere Theil erwählt.

Ja, ja, das hat ſie, rief Lodoiska heftig aus, und neue Thränen brachen aus ihren dunkeln Augen hervor.O, ich fühle es nur zu gut, ich bin liebeskrank, und mein Glück wird eine Qual, wird ein Vergehen!

Nein, nein, wahrlich nicht, erwiderte Marie.Für das Edle darf man ganz entbrennen; ich bewundere Dich, die Du es ganz vermagſt. Glaube mir, unſere Ruhe liegt nicht in unſerer großen Stärke, ſondern in der geringern Kraft unſerer Liebe.. meinem Herzen konnte ich Mutterliebe

4 Bruder liebe, Vaterlandsliebe rein abwägen, bis