Teil eines Werkes 
3. Band, 1812 : ein historischer Roman : 3. Theil (1843)
Entstehung
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ner der Schlacht nur aus der Ferne; aber der blutende, erblaſſende Geliebte ſank ewig ſterbend vor ſie hin. Die Liebe hatte ihr ſchönes Herz ſo ganz erfüllt, daß für nichts Anderes Raum blieb. Selbſt die ſchwärmeriſche Frömmig⸗ keit, mit der ſie jeden Tag die Meſſe beſuchte, war nur eine andere Form ihrer liebenden Angſt; denn ihr Gebet ſtieg ja für den Freund ihrer Seele empor. Wie es aber unter edeln Gemüthern zu geſchehen pflegt, ſo hielt jede der Frauen die andere für die beſſere, vollkommnere, nur weil jene beſaß, was dieſer fehlte. So betrachtete Lodoiska ihre mütterliche Beſchützerin mit der tiefſten Ehrfurcht und ordnete ſich Marien mit Demuth unter, weil ſie in Beiden die Kraft anſtaunte, ihr Herz mächtig zu bezwingen. Die Gräfin und Marie dagegen verehrten die heilige Gewalt der Liebe in Lodoiska's Bruſt, die aus ihrer reinen Flamme alles Fremde ausſchied und das ganze Herz des Mädchens allein erfüllte und durchdrang. Und Marie ſah ſtaunend zu der Heldin empor, unter deren Schutz ſie ſich ſcheu flüch⸗ tend begeben hatte.

Auf dem Tiſche der Gräfin lag eine Landcharte von Rußland ausgebreitet; ſie verfolgte genau nach den Zeitungs⸗ nachrichten jeden Marſch, jede Bewegung des Corps, und bezeichnete dieſelbe mit Stecknadeln, deren Knöpfe ſie mit ſinnreichen Kennzeichen verſehen hatte, um nicht nur Feind und Freund, ſondern auch den Stand der einzelnen Corps mit ſchnellem überblick zu unterſcheiden. Für Ra⸗ ſinski's Regiment hatte Lodoiska eine goldene Nadel aus ihrem Haar genommen; der glänzende Knopf derſelben zeigte ihrem Auge jeden Tag, wo ihr Herz den Geliebten ſuchen ſolle.

Die letzten Nachrichten hatte ſie nach der Einnahme von Smolensk erhalten. Mit Lebhaftigkeit ſprach die Grä⸗