mit denen ihres Vaterlandes in denkende Beziehung. Ma⸗ rie dagegen liebte nur ihre Heimat, das Volk, dem ſie an⸗ gehörte, über Alles; ſie war durch Sprache und Denkweiſe 1 eine Deutſche. Ihr edler Haß richtete ſich nur gegen die A Feinde und Unterdrücker ihres Vaterlandes. Die übrigen Weltgeſchicke beobachtete ſie, nicht gleichgültig, aber aus jener
⸗ ſcheuen Ferne, mit jener weiblichen Ehrfurcht, die da be⸗
kennt, daß hier ihr Reich ende, daß ihr Blick auf dieſem Gebiete keine Grenzen erkenne, in dem verworrenen Getüm⸗ mel keinen Faden entdecke, der ſie hindurchleiten könne. Darum kehrte ſie gern in ihr häusliches, ſtilles Heiligthum zurück und war duldend, wo ſie nicht handelnd ſein konnte. Mit der Befreiung ihres Vaterlandes wäre ihr Antheil am öffentlichen Leben erloſchen, oder wenigſtens ſo in die Ferne zurückgetreten wie bei allen Frauen. Sie wollte aus dem Kampfe nur ein ſtilles Heiligthum deutſcher Häuslichkeit ge⸗ winnen. Anders die Grafin, die mit ihren Wünſchen ſtets über die Schwelle des Hauſes hinauseilte. Marie wollte nur das Glück, die Ruhe, den Frieden für ihr Vaterland; der Gräfin war es Bedürfniß der Seele, an Glanz, Ruhm und Macht deſſelben zu denken. Auf dem bewegten Ge⸗ mälde der Völkerkämpfe behielt Marie nur ihre Landsgenoſ⸗ ſen und ihre nächſten Freunde als Vertreter derſelben im Auge; die Gräfin dagegen hielt den Blick auf die Helden des Tages gerichtet und verfolgte mit banger Spannung das Loos der Häupter. Marie ſah zwar das Schlachtfeld im Hauptraum ihres Bildes; doch im Vordergrund ihren Bruder, Bernhard und, wie ſie ſich ſcheu geſtand, Naſinski. Die Grafin ſtand mitten in der Schlacht; ihr Blick verfolgte die Fahnen, die Feldherren, ſelbſt in dem Bruder ſah ſie am Tage der Entſcheidung zuerſt den Führer. Lodoiska da⸗ gegen, ganz Jungfrau, ganz Liebe, hörte die dumpfen Don⸗
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