Teil eines Werkes 
3. Band, 1812 : ein historischer Roman : 3. Theil (1843)
Entstehung
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ſchieden; ja, durch das dunkle, dichte Gebüſch gewann die Wohnung etwas Düſteres, welches ſehr wohl zu dem Ernſt der Bewohnerin ſtimmte. Auf dieſe Weiſe mitten in der großen geräuſchvollen Stadt ganz abgeſondert, führten die drei Frauen ein ſtilles, nur unter weiblichen Beſchäftigungen dahinfließendes Leben. Selten, daß ſie einen Beſuch em⸗

pfingen, noch ſeltener, daß ſie ihn erwiderten; ihre Einſam⸗ keit wurde ihnen mit jedem Tage lieber, und ſie genoſſen ſie mit jedem Tage mehr, wo ſie einander näher kennen lernten und inniger liebgewannen. Kaum konnte unter drei Frauen eine größere Verſchiedenheit bei einer ſo engen Gemeinſchaft angetroffen werden. Die Gräfin, an Jahren vor den beiden Jungfrauen anſehnlich voraus, überragte ſie eben ſo an Kühn⸗ heit der Seele wie an Hoheit der Geſtalt. Sie beſaß zwar einen feinen, weiblichen Sinn und Verſtand, doch ohne jene weichmüthigen Neigungen, welche dem jungfräulichen Gemüth eigen zu ſein pflegen. Unter großen Zeitbewegungen aufge⸗ wachſen, war ſie früh aus der engen Beſchränkung des weiblichen Lebenskreiſes in die größern Bahnen des Welt⸗ laufs geriſſen worden. Sie hatte das Vaterhaus mit dem Vaterlande vertauſcht; ihre Seele lebte mit Antheil an allen öffentlichen Geſchicken. Sie war mit Begeiſterung eine Toch⸗ ter ihres Volkes. Auch auf Marien hatten die mächtigen Begebenheiten des Tages einen bildenden Einfluß geübt; auch ſie glühte für ein in der Unterdrückung ſchmachtendes Vater⸗ land; doch ganz in anderer Weiſe. Die Gräfin nahm einen thätigen, geiſtigen Antheil an dem Offentlichen; ihr Herz ſchlug ſchon aus Gewohnheit dafür und entbehrte den Ver⸗ luſt der häuslich weiblichen Stille des Gemüthes nicht mehr. Daher las ſie mit Eifer die Zeitungen, die politiſchen Schrif⸗ ten des Tages; ſie war mit der Geſchichte der Ereigniſſe ver⸗

traut, verfolgte ſie mit Scharfblick, brachte ferne Geſchicke