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mit feur Strom ucbrechend. Jaromir ſyrengte in die offensKluft hinein;; einen Augenblick lang theilten ſich die Feuerwogen weit hin, ſodaß der Blick bis zu dem Punkte, wo die Rertung winkte, hindurchdringen konnte. Doch ſchon ſchlugen die Wellen wieder über ſeinem Haupte zuſammen; plötzlich donnerte und krachte. es furchthar über ihm; ein Dachſtuhl ſtürzte ein, glühende Balken und Steine praſ⸗ ſelten herab, Jaromirs Pferd, von einem mächtigen Qua⸗ der im Kreuz getroffen„brach unter ihm zuſammen. Be⸗ täubt lag er am Boden; doch raffte er ſich wieder auf und drang zu Fuß vorwärts. Schon gab er ſich verloren; faſt mit geſchloſſenen Augen, weil ſie die Gluth nicht mehr ertragen konnten, drang er vorwärts, der Gegend zu, wo er einen Augenblick lang freie Räume geſehen hatte. Da traf plötzlich in dieſer Flammenöde eine ernſte männliche Stimme ſein Ohr:„Wißt Ihr uns den Ausweg aus den brennenden Gaſſen zu zeigen?“ rief es ihn von den Seite her an. Freudig durchſchauert, nur einen Todesgefährten aufge⸗
funden zu haben, wandte er ſich nach der Seite, woher der Ruf kam. Doch von Ehrfurcht und Schrecken gefeſſelt, blieb er erſtarrt ſtehen, als er den Kaiſer, der mit einigen Begleitern aus einer engen, gewundenen Seitengaſſe kam, vor ſich ſah.„Wie? Er ſelbſt? Er, an deſſen Haupt das Verhängniß Aller hängt, hier in dieſem brandenden Feuer⸗ meer, wo nirgend mehr ein ungsweg zu entdecken iſt? Nein, er kann ſo nicht verloren ſein!“ Dieſes lebendig pro⸗ phetiſche Bewußtſein gab ihm Kraft und Beſinnung wieder. An der ruhigen Entſchloſſenheit des unerſchütterlichen Man⸗ nes, der ihn mit denſelben unveränderten Zügen, wie er im Sturm der Schlacht das Steuer lenkte, anblickte, richtete ſich ſein eigner Muth empor. Er wuchs ihm durch einen Blick auf die verſtörten Begleiter und Führer des Feldherrn,


