Teil eines Werkes 
2. Band, 1812 : ein historischer Roman : 2. Theil (1843)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

8 Reihte Sie ſich unterfangen, hier einzudringen. 9 Jaromir ſah ſich halb bewußtlos um. Eben brach drau⸗ ßen eine rothe Flammenwoge durch das Dach eines unfern ſtehenden Gebäudes, ſodaß das Gemach röthlich beleuchtet wurde. Bei dieſem Schimmer erkannte er den Obriſt Reg⸗ nard, der im raſch übergeworfenen Mantel vor ihm ſtand.

Erſtaunt fuhr dieſer zurück; Aliſette, die ſich eben auf⸗ richten wollte, ſchrie laut auf und ſank halb ohnmächtig wieder auf den Boden. Jaromir war ſo betäubt, daß er die Frage des Obriſten nicht ſogleich faſſen konnte. In die⸗ ſem hatte der unvermuthete Schreck mit dem Zorn zu käm⸗ pfen; ſo blieb es einige Secunden todesſtill.

Teufel! Ich frage, was Ihr Eindringen hier bedeuten ſoll! rief der Obriſt, jetzt wüthend ausbrechend;antwor⸗ ten Sie, wenn Sie ein Mann von Ehre ſind.

Regnard glaubte die Gefahr nicht nahe, und über die benachbarte Feuersbrunſt hatte er ſich mit dem Muth eines alten Soldaten ſogleich wieder gefaßt.

Aliſette war jetzt angſtvoll aufgeſprungen. Sie warf ſich zwiſchen Jaromir und den Obriſten und rief, indem ſie die Hände rang:Um des Himmels willen, laßt uns flüchten, flüchten! Ich will ja Alles bekennen und geſtehen!

Doch mit entſetzlich ausbrechendem Zorn faßte Jaromir den nackten Arm der Flehenden, ſchüttelte ſie, wie der Löwe ein Reh packt, und rief:Bekenne, Elende! Haſt Du Lo⸗ doiska verläumdet?

Vergebung! Gnade! wimmerte die Entſetzte und wollte voor ihm auf die Kniee ſinken. Doch Jaromir ſchleuderte ſie grimmig hinweg, daß ſie auf das Lager niederſtürzte und rief:Lügenzüngige Natter! Fliehe, damit ich nicht an Dir zum Mörder werde!

13) fordere eine Erkrung, Herr Graf, mit welchem

1