Teil eines Werkes 
2. Band, 1812 : ein historischer Roman : 2. Theil (1843)
Entstehung
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Er durfte nicht weiter denken; ſein Entſchluß war gefaßt, zu der Geliebten zu eilen, ſie zu wecken, zu warnen, zu be⸗

ſchützen. Indem theilte der Sturm die breiten Wolkenzüge

des Dampfes, die ſich bis jetzt nach der Gegend, wo Aliſette wohnte, gewälzt und ſie dem Auge entzogen hatten. Da ſah er rothe Flammenſpitzen über die Bäume des Gartens emporzucken; der Palaſt mußte ſchon brennen, wo ſie wohnte. Eine ungeheure Angſt überfiel ihn. Er ſprengte nach der Gartenpforte; ſie war zu eng, um hindurchzureiten. Naſch warf er ſich vom Pferd und öffnete das Pförtchen. Jetzt ſah er es deutlich, daß der Palaſt ſchon in Flammen ſtand, obwol dieſelben noch nicht ganz ausgebrochen waren. Ohne ſich um ſein Roß zu kümmern, eilte er im vollen Lauf durch die Gebüſche, um die große Allee zu gewinnen, welche mitten durch den Park führte.Welch eine Fügung des Himmels, die Dir dieſen geheimen Pfad gezeigt hat, auf dem Du jetzt das theure, holde Weſen retten kannſt! Athemlos erreichte er das Ende des Gartens. Der Palaſt ſtand ſtill, einſam vor ihm; Niemand in ſeinen weit⸗ läufigen Räumen ſchien erwacht zu ſein, Niemand die Nähe der Gefahr zu ahnen. Entweder die Bewohner waren ſchon geflüchtet und gerettet, oder der Schlaf hielt ſie noch in dichten Banden und überlieferte die gefeſſelten, betäubten Opfer ſtumm dem Verderben. Noch ſtand das Gebäude nicht in hellen Flammen; aber ſie leckten doch ſchon mit züngeln⸗ den Spitzen aus den Offnungen des Daches und des Erd⸗ geſchoſſes und blitzten durch die ſchweren, langſam wogenden Dampfmaſſen, welche ſich auf den Zinnen lagerten und

das Gemäuer wie ein düſterer Trauerſchleier umwallten. Der

ganze innere Raum des Gebäudes ſchien mit Gluth und Nauch ſo gefüllt, als bedürfe es nur noch eines Hauchs, um die Flammen übermächtig nach allen Seiten hinaus⸗