aus dem Erdgeſchoß herauf, er quoll in dichten Strömen
aus dem Dachſtuhle. Ein einziger Blick reichte hin, um die überzeugung zu ſchöpfen, daß das Feuer angelegt, daß der Brandſtoff in allen Theilen des Gebäudes ausgebreitet und
durch ein plötzliches Mittel überall zugleich in Flammen ge⸗ ſetzt ſein mußte. Welcher Art daſſelbe geweſen, darüber konnte Raſinski keinen Zweifel mehr hegen.
Mit grauſendem Erſtaunen erwartete man, wie das ma⸗ jeſtätiſche Schauſpiel ſich entwickerln werde. An Rettung war bei dem gänzlichen Mangel an Hülfsmitteln nicht zu denken. Man hatte genug zu thun gehabt, um ſo ſchleunig als mög⸗ lich einige Vorräthe und die Pferde, welche in dem Hofe des Schloſſes untergebracht waren, zu retten.
Raſinski ließ ſeine Leute unter Waffen treten und über⸗ zählte, ob Jemand fehle. Sie waren alle zugegen.
„Noch iſt es faſt windſtill,“ ſprach er;„der Nauch zieht ein wenig abwärts; wenn die Flammen eben ſo gejagt wer⸗ den, dürfen wir ohne Gefahr hier verweilen. Wo nicht, ſo ziehen wir uns nach der Gegend des Kremls. Einſtweilen wollen wir das Ereigniß dorthin melden.“
Er rief Jaromir hervor und gab ihm den⸗Auftrag, ſofort nach dem Kreml zu reiten und die Meldung bei dem Gene⸗ raladjutanten des Kaiſers zu machen.
Jaromir ſprengte wie ein Pfeil davon.
Mit geſpannter Erwartung betrachteten die verſammelten Leute jetzt das in Dampf gehüllte Gebäude vor ihnen, jeden Augenblick gewärtig, daß die Flammen durch das Dach brechen ſollten. Da fiel unvermuthet ein heller Schein über den ganzen Palaſt, als wenn derſelbe durch eine plötzlich aufgehende Sonne beleuchtet würde. Verwundert ſah man ſich um; da ſtand der ganze Himmel in dunkelrothem Glanz,
ſchon faſt aus allen Fenſtern des Hauſes herdor; er witbelte


