nthmendig Licht in der Sache caßen. Si aber Bern hard noch nicht zuruckgekehrte——„Was haſt Du? Was iſt Dir?“ fragte er erſtaunt, als Ludwig bewegungs⸗ los vor ihm ſtand und ihm nur das Blatt hinreichte. Naſinski durchflog es mit raſchen Blicken.„Ich glaube, hier ſind höhere Mächte im Spiele,“ rief er aus, als er geleſen;„nie iſt mir ein wunderbareres Ereigniß begegnet. Aber Gefahr? Welche Gefahr droht uns? Wörtlich iſt doch die Stelle nicht zu verſtehen? Wir müſſen der Geheim⸗ nißvollen nachdringen. Komm und laß uns das Abenteuer gemeinſam wagen!“
Ludwig ließ ſich von Naſinski fortreißen. In ſeinem Zimmer fanden ſie ſchon die Reitknechte mit einer Axt be⸗ ſchäftigt, die entdeckte Thür zu öffnen. Nach wenigen Schlä⸗ gen war es geſchehen.„ZJetzt entſchloſſen, doch vorſichtig,“ ſprach Raſinski; er ergriff mit der Linken ein Licht, mit der Rechten ein Piſtol und ſchritt voran.
Man befand ſich in einem ſchmalen, niedrigen Corridor, der nur eben Breite und Höhe für einen einzigen Mann hatte. Es ſchien, als ſei derſelbe in der Mauer ſelbſt ange⸗ bracht und laufe parallel mit dem breiten äußern Corridor; doch ſenkte er ſich merklich, ja an einigen Stellen faſt ſteil.
—„Mir deucht, es riecht hier ſo brandig und nach Schwefel,“ ſprach Raſinski, nachdem ſie etwa dreißig Schritte vorwärts ggethan hatten.„Bemerkt Ihr nichts?“
„Freilich!“ erwiderte der Reitknecht.„Es muß hier nothwendig in der Nähe etwas glimmen.“
Sie gingen noch etwa zehn Schritte vor. Da drang ihnen ein dichter, ſchweflichter Dampf entgegen, ſodaß das Licht
plötzlich ganz blauroth brannte. „Sollte die Warnung doch vielleicht wörtlich gemeint ſein?“


