Teil eines Werkes 
2. Band, 1812 : ein historischer Roman : 2. Theil (1843)
Entstehung
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letztere aber war durch zwei Seſſel, die noch ganz ſo ſtanden 5

wie am Abend zuvor, geſperrt; unmöglich konnte Jemand dort hinausgegangen ſein, ohne die Seſſel umzuſtürzen oder auf die Seite zu ſchieben. Die Diener betheuerten dagegen, daß Niemand durch die Saalthür in den Vorſaal gekommen ſei, indem ſie quer vor derſelben ihre Lagerſtätte aufgeſchlagen hatten, ſodaß man nur über ſie hinweg hinaus und hinein konnte. An der Stelle, wo Raſinski auf die Geſtalt ge⸗ ſchoſſen hatte, befand ſich keine Thür; es war diejenige Ecke der Rück⸗ und Seitenwand des Cabinets, welche nicht an die Seite des Saals, ſondern an die der übrigen Gemächer ſtieß. Aufmerkſam beleuchtete Naſinski die Tapeten.Da ſitzt mein Schuß! rief er und zeigte auf eine verletzte Stelle, wo die Kugel eingedrungen war und noch in der Mauer ſteckte.Alſo habe ich mich nicht getäuſcht! Hier muß eine geheime Thür befindlich ſein. Neugierig traten die Leute umher; Ludwigs Herz ſchlug in ſehnſuchtsvoller Erwartung. Da fiel es ihm plötzlich wieder ein, daß nun

Alles Wahrheit ſein konnte, was er zu träumen geglaubt

hatte.Nimm dies zum Andenken! waren die Worte der Erſcheinung geweſen. Schnell ergriff er ein Licht und eilte in ſein Gemach zurück. Sein erſter Blick fiel auf das Ruhebett; er entdeckte nichts; doch als er ſich jetzt auch in den übrigen Theilen des Zimmers umſah, erblickte er am Boden in der Nähe des Fenſters ein weißes Tuch. Er hob es empor; es war ein Schleier. Wie das Gewebe leicht über ſeine Hand hinſtreifte, erkannte er plötzlich dieſelbe Empfindung wieder, die ihn zuvor ſo ſeltſam getroffen hatte; der Schleier mußte ſein Antlitz bedeckt haben. Er entfaltete ihn; das Ende war durch eine Art von Ring geſchlungen; haſtig ſtreifte er das Gewebe los, glänzendes Gold wurde ſichtbar, ein grüner Stein ſchimmerte ihm entgegen⸗Gna⸗