Teil eines Werkes 
2. Band, 1812 : ein historischer Roman : 2. Theil (1843)
Entstehung
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vor dem Thor; ſie ſaßen ab und gingen die Stiegen hin⸗ auf. Erſchöpft legte er ſich im Traum in demſelben Zim⸗ mer, auf demſelben Bett zur Nuhe nieder, wo er eben wirklich ſchlieff. Traum und Wirklichkeit begannen ſich ver⸗ worren zu miſchen. Er hörte den Anruf einer Schildwacht von der Straße herauf und erwachte dadurch. Da aber ſein geöffnetes Auge dieſelben Bilder ſah, wie das ſchlummernde, nämlich das vom düſtern Glanz der Wachtfeuer matt beleuch⸗ tete Gemach; da ſein wachendes Ohr dieſelben Töne ver⸗ nahm, wie ſein ſchlummerndes, ſo floß ihm in der Betäubung, die noch auf ſeinen Gliedern laſtete, Wahrheit und Schein untrennbar durcheinander. So ſah er, halb träumend, halb wachend, die Thür des Gemachs ſich langſam öffnen und eine ſchwarz gekleidete, verſchleierte Geſtalt, die eine düſter brennende Ampel in der Hand trug, eintreten. Sie ſchwankte geiſterhaft, langſam näher; jetzt ſtand ſie dicht an Ludwigs 1 Lager ſtill und ſchlug mit der Rechten die Hülle zurück, welche das Antlitz verbarg; der Schimmer ihrer Leuchte fiel 1

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darauf. Es war Bianca, aber bleich und mit gramvollen Zügen.Wo iſt Marie? fragte Ludwig das Traumbild; und weshalb kommſt Du in Trauerkleidern, Geliebte? Ach, Du beweinſt wol auch meine Mutter! Mit ſchmerzlichem

Verlangen ſtreckte er der Geliebten die Hand entgegen; ſtumm, bebend ſtand ſie vor ihm. Es ſchien, als wolle ſie ſich über ihn neigen; doch plötzlich bebte ſie zurück, hielt die 2 Hand abwehrend, wie zum Zeichen, daß er ſie nicht berühe ren dürfe, vor ſich hin und bewegte langſam verneinend das E edle Haupt. 1 Du flieheſt ſchon wieder? Warum höhnt Ihr mich ſo, Ihr holden Traumbilder! ſprach Ludwig in dämmernder G Verworrenheit des Traumes.Zeigt Euch nicht, wenn Ihr f ſtets vor mir entfliehen wollt. Er ſchauerte, wie durch