Teil eines Werkes 
2. Band, 1812 : ein historischer Roman : 2. Theil (1843)
Entstehung
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hard war auch ich nicht ſo ruhig! Und bin ich es denn jetzt wirklich? Oder bin ich nur müde?

Langſam ging er zurück in ſein Gemach⸗ Er lepnee ſich ins Fenſter und blickte hinaus, ob Jaromir oder Bernhard nicht zurückkehren würde. Eine volle Stunde verging; es blieb Alles ſtill. Die Feuer waren faſt zuſammengebrannt; nur noch eine düſtere, rauchende Gluth glimmte inmitten der ſchwarzen, auf den Boden gelagerten Geſtalten. Man hörte jetzt ihre tiefen, ſchweren Athemzüge bis hier herauf; ſelbſt die Feuerwachen nickten müde ein. Todtenſtille lag über der ganzen ungeheuren Stadt.

Fünktes Capitel.

Endlich wurde auch Ludwig von der Müdigkeit übermannt; er ſchloß das Fenſter, hüllte ſich dicht in den Mantel und warf ſich auf das in der Ecke ſtehende Ruhebett nieder. Die Sorge um Bernhard und Jaromir hielt ihn noch eine Zeit⸗ lang wach. Doch mehr⸗ und mehr verlor ſie ſich in dem Nebel des Schlumers, der ihn überſchlich; bald klangen ihm die unruhigen Gedanken nur noch wie ein fernes Brau⸗ ſen des Meeres, wie dumpfer, ſich verlierender Donner in die Seele; ſie verſchleierten ſich immer tiefer, verloren ſich immer mehr in die Leere des weiten dunklen Raumes. Endlich ſanken ihm die Augenlider matt herab, und er lag im tiefen Schlafe. Doch die Seele arbeitete unruhig fort in dem ermatteten Körper und führte die bunten, gaukelnden Traumbilder auf dem ſchwarz aufgeſpannten Hintergrunde der Nacht vorüber

lende Ader der Frende längſt verblutet iſt! Auf dem Gott⸗

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