Teil eines Werkes 
2. Band, 1812 : ein historischer Roman : 2. Theil (1843)
Entstehung
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betäubenden Wahn leerken ſie den Legfiaen deh bis auf die letzten Tropfen.

Mit fliegendem Schauder erwachte Alſſete und wollte ſich den Armen des Geliebten entreißen. Doch er ließ ſie nicht!„Mein biſt Du für ewig,“ rief er und hob die Rechte betheuernd gen Himmel,„ſo hab' ich's geſchworen! So halte ich den Schwur. Du, die Treue, die Liebende, nimm hin den Ring der Verrätherin. Dieſer goldene Reifen ſei der Zeuge unſeres Bundes. Er iſt heilig geſchloſſen, er iſt un⸗ verletzlich.“ Er zog Lodoiska's Ring ab und ſteckte ihn an Aliſettens Finger. Sie hing ſprachlos an ſeiner Bruſt.„O, ich bin eine Verbrecherin,“ rief ſie endlich aus,„eine ſchwere 1 Verbrecherin! Aber Du, Du haſt es verſchuldet, für Dich habe ich den Frevel auf meine Seele geladen. Du darfſt

mich nicht verwerfen.“ Und mit neuen Küſſen und Thränen

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hing ſie an ſeinen Lippen.——„Daß ich Dir's nur ge⸗ ſtehe! Was mich von außen auch mit harter Nothwendigkeit hieher trieb, ein mächtigerer Zug des Herzens hätte mich doch auf dieſe verwegene Bahn geführt. Eine geheimnißvolle Stimme in meiner Bruſt weiſſagte mir, Du ziehſt dem Stern Deines Glückes nach. Mein Auge hing mit Thrän an ſeinem tröſtenden Schimmer, doch mein ſchwaches Glan ben und Hoffen wähnte ihn unerreichbar hoch. Und nun, nun die Erfüllung mit überdrängender Gewalt vor mir ſteht — nun—“,

„ Sie barg das Haupt weinend in ihr Gewand, hielt aber mit der Linken den geliebten Jüngling umfaßt.

„Du Süßer, Holder! Iſt es denn wahr, daß Du mich liebſt?“ ſprach ſie ſchmeichelnd und koſend, da er ſtumm vor ihr ſtand.

1 Die hoch aufpraſſelnde Flamme war geſunken. Jaromir ſah jetzt, was ihre Wuth ringsumher zerſtört hatte. Ein 14*

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