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die reine Opferflamme der Liebe gekannt, fern ſtehend ihre
ſanfte veredelnde Wärme empfunden, ihren heiligen Glanz verehrt. Verwegen trat er dem Heiligthum zu nahe. Gleich glühendem Metall rollte jetzt das Feuer durch ſeine Adern, die Flamme ergriff den Saum ſeines Gewandes, ſie ſchlug im mächtigen Wogenſturm betäubend über ihm zuſammen. Wie wenn an der Stelle gotterfüllter, leuchtender Klarheit heiliger Wahnſinn aufflammt und die verheerende Fackel ſchwingt, ſodaß das ewig Göttliche ſelbſt ſich zum ewig fluchwürdigen Verderben verkehrt, ſo erbleichte der reine Mondenglanz ſeiner geläuterten Liebe vor dem tobend aus⸗ brechenden Vulkan ſeiner Leidenſchaft.
„um aller Heiligen willen, Du ſtürzeſt mich ins Ver⸗ derben,“ rief Aliſette und ſank, vor der ſtürmenden Gluth des Jünglings erbebend, auf die Kniee vor ihm nieder. Doch mit kräftigem Arm umſchlang er ſie, hob ſie zu ſich empor und erſtickte ihr Flehen in ſeinen Küſſen.„Mein ſollſt Du ſein in dieſer Minute, ganz mein, und für ewig!“ So rief er aus und hielt die machtlos Widerſtrebende in unauflös⸗ licher Umarmung. Die Hände, die ſie mit ſchwacher Kraft abwehrend gegen ſeine Bruſt drückte, ſanken ihr matt herab; üͤberwältigt war jetzt das willenloſe Opfer ſeiner ſiegenden Jugend und Liebesgewalt. Dämmerndes Dunkel umhüllte die Liebenden. Der reine Lichtſtrahl webt den Gürtel der Keuſchheit mit unſichtbaren Fäden dichter; die buhleriſche Nacht iſt hülfreich geſchäftig, die heilige Hülle des jungfräu⸗ lichen Schleiers zu heben. Jaromir zog das bebende Mäd⸗ chen an ſeine Seite auf die Kiſſen nieder; ihr Haupt ru⸗ hete in ſeiner Linken, er umſchlang ſie kühn mit der Rech⸗ ten. Heftig preßte er das gluͤhende Angeſicht gegen die wallende, laut klopfende Bruſt. Seufzer, Thränen, Küſſe,
miſchten ſich zum berauſchenden Trank der Liebe; im ſelig 4


