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„Ich glaube, jalll
„Dort wohnt Lichnowski!“ rief Jaromir wild und ſprang auf.„Sie iſt treulos, iſt ſo falſch wie je ein Weib! Denn ſie verhehlte mir dieſen Beſuch! Das hätte ſie nicht gethan, wäre er unſchuldig geweſen! Ein Tagebuch ſandte ſie mir! Von jeder Stunde, jeder Minute gab ſie Rechenſchaft! Eine Heilige konnte nicht reiner, ſtiller, jungfräulicher leben⸗ O der Heuchlerin!“ Thränen brachen aus dem Auge des Jünglings hervor; er wiſchte ſie unwillig ab und ſtampfte mit dem Fuße auf den Boden.„Es wäre auch noch der Mühe werth, daß ein Mann wie ein Knabe um ſie weinte!“ Doch ſeine Thränen floſſen nur um ſo ſtärker.
Aliſette war zitternd, ohne einen Laut zu wagen, ſitzen geblieben; ſie glich einem Kinde, das unvermuthet ein großes Unglück angerichtet hat, und, vor Schreck erblaßt, ohne ein Einſchreiten zu wagen, dem wachſenden Verderben bebend zuſchaut.„O, ſein Sie ruhig,“ bat ſie endlich ſanft;„ſetzen Sie ſich wieder zu mir. Sie thun der Armen wol hartes Unrecht!“
„Nein!“ rief er heftig,„ich thue ihr nicht Unrecht! Willenlos haſt Du Gute mehr verrathen, als Du ahneſt! Sage mir jetzt die volle Wahrheit. Was weißt Du weiter?“
„Wirklich nichts,“ erwiderte ſie, durch den Ton der Bitte ablehnend.
„Aliſette!“ bat Jaromir ſtürmend, indem er ihre beiden Hände ergriff und ſich wieder zu ihr ſetzte,„Aliſette! Du hatteſt Schutz und Hülfe von mir erbeten! Jetzt bedarf ich Deiner mehr als Du meiner, beſtes Mädchen! O Du biſt gut, ſage mir Alles, ich bitte Dich, Alles, was Du weißt und denkſt.“
„Gewiß, ich weiß nichts, und was ich denke— das


