Teil eines Werkes 
2. Band, 1812 : ein historischer Roman : 2. Theil (1843)
Entstehung
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ſchreibt oft, und mit zaͤrtlichſter Innigkeit.“ Die letzten Worte ſprach er gerührt; es war gewiſſermaßen eine Abbitte ſeines Verdachts. Doch plötzlich fiel es ihm ein: Warum aber hat ſie Dir nicht geſchrieben, daß ſie auf dem Ball war? Sie hat ſonſt Alles, was ihr begegnete, aufs genaueſte berichtet, Tag für Tag ihre Beſchäftigung angegeben— warum—

Aliſette unterbrach ihn in dieſen Gedanken.„Wie gern hätte ich von der Gräfin und Ihrer Braut Abſchied genom⸗ men! Allein es war mir unmöglich. Dreimal ließ ich mich melden, fand aber Niemand im Hauſe. Der Portier ſagte mir, ſie ſeien aufs Land gefahren. Von dort kamen ſie ſpät zurück, und am andern Morgen weckte mich der davonrol⸗ lende Reiſewagen.“

„Aufs Land?“ fragte Jaromir erſtaunt, denn auch Das hatte man ihm nicht gemeldet.„Wohin? Kannten Sie den Ort?“

„Nein,“ erwiderte Aliſette ſichtlich verlegen und ſtockend; „die polniſchen Namen ſind mir ſo ſchwer zu behalten.“

„Vielleicht Wikzolky, das Gut ihres Oheims? Oder Pulawy, wo die Fürſtin Czartoryski wohnt?“

Aliſette verneinte durch eine Bewegung des Hauptes.

„Aber zu wem? Den Namen des Beſitzers werden Sie doch kennen?“

„Der Portier wußte nicht,“ erwiderte Aliſette furcht⸗ ſam.

„Das iſt unmöglich, Liebe! Wenn er den Ort kennt, ſo kennt er auch den Beſitzer. Ich beſchwöre Dich, Mäd⸗ chen, ſprich die Wahrheit!“ rief er plötzlich mit aufflammen⸗ der Heftigkeit; Aliſette bebte erſchreckt zurück.

„Mein Gott!“ „Die Wahrheit! War es Czarnowicki?“