Teil eines Werkes 
2. Band, 1812 : ein historischer Roman : 2. Theil (1843)
Entstehung
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Bei dem Worte Braut zuckte Aliſette krampfhaft zu⸗

ſammen; ein kurzes, beklemmtes„Ach!“ drängte ſich aus

ihrer Bruſt.„Die ſchöne Gräfin Lodoiska habe ich wenig

mehr geſehen,“ ſprach ſie mit mühevoll errungener Ruhe; „am Tage nach dem Abmarſch war ſie auf dem Ball im ſächſiſchen Palaſt, wo ich erſcheinen mußte, um in dem Con⸗ cert zu ſingen.“

„Auf dem Ball?“ fragte Jaromir mit einer Betonung, die es deutlich ausdrückte, daß dieſe Nachricht ihm eben ſo unerwartet als unangenehm war.

„Der Fürſt Lichnowski führte ſie.“

„Sie tanzte mit ihm?“ fuhr Jaromir raſch auf.

„Mit ihm allein, aber wenig. Zumeiſt ſaßen ſie in der Fenſterniſche beiſammen und ſprachen. Sie fuhren auch früh nach Hauſe, denn der Fürſt ſpeiſte den Abend noch bei der Gräfin.“

Jaromir ſchwieg; eine dunkle Röthe des Zorns überflog ſeine Wangen, doch unterdrückte er die finſtere Wallung der Eiferſucht, die in ihm erwachte. Nein, dachte er einige Minuten ſpäter, ſie liebt Dich gewiß und ihre Trauer war ſo wahrhaft, als ihre Briefe ſie ſchilderten. Sollte ſie aber deshalb die Begleitung eines genauern Bekannten des Hau⸗ ſes nicht mehr annehmen? Sollte ſie ſich von einem öffent⸗ lichen Feſt, das vielleicht ſogar einen vaterländiſchen Charak⸗ ter trug, ausſchließen? Du thuſt ihr Unrecht!

Frangoiſe las in ſeinen offenen Zügen, was in ſeiner Bruſt vorging.„Sie ſind plötlich zerſtreut, lieber Freund,“

ſprach ſie mit dem Ausdruck der Theilnahme;„die Erinne⸗

rung an eine ſo ſchöne Braut muß freilich ſehr bewegend ſein. Schreibt ſie Ihnen oft?“ „Ich habe ſeit dem Tage vor der Schlacht keine Nach⸗

richt gehabt. Der letzte Brief war aus Teplitz. Aber ſie