Teil eines Werkes 
2. Band, 1812 : ein historischer Roman : 2. Theil (1843)
Entstehung
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darf ich nicht denken. O, daß ich ein ſo unglückſeliges Wort ſprechen mußte!“

„Nur eins ſag' mir,“ ſprach er mit verhaltenem Zorn und Schmerz,—„iſt Fürſt Lichnowski der Gräfin nach Teplitz gefolgt?“

„Er reiſte denſelben Tag,“ antwortete Aliſette kaum hörbar.

„O, Du biſt gut— Du hiätteſt mich nicht ſo verra⸗ then,“ rief er weich, und zog mit der Linken die ſanft Wi⸗ derſtrebende an ſein Herz, und ſenkte das ſchwere, müde Haupt gegen ihre lockige Stirn.„Aber ich will ſie vergeſſen! Sie ſoll den Triumph nicht haben, daß ein Mann um ſie weint. — Ich dachte nur an ſie in der Schlacht! Nur ihr wei⸗ nendes Bild ſtand vor meiner Seele; ich ſah nicht Schre⸗ cken, nicht Gefahr. Es ſchien mir ſüß, zu ſterben, wenn man ſo betrauert würde— noch ſüßer ſchien es mir, zu leben! O, wie thöricht war dieſer Wunſch. Warum liege ich nicht bei den Freunden auf der Wahlſtatt, da wäre mir beſſer!“

„Und uns bräche das Herz!“ rief Aliſette ſchmerzlich aus, und ſchrak heftig und ſcheu zuſammen, als das Wort ihren Lippen entflohen war. Der Ausruf, den die übermacht ihrer vergeblich bekämpften Gefühle ihr entriſſen, leuchtete wie ein Blitzſtrahl in die verborgenſte Tiefe ihres Herzens hinab.

Sie liebt Dich, dachte Jaromir gerührt, und der Ge⸗ danke fing an, ihn mit glühendem Leben zu durchdringen; ſie liebt Dich wahrhaft, und hat es bekämpft und getragen in jungfräulicher, ſcheuer Bruſt. Wie konnte Dein Auge über dies holde Weſen unbeachtend, verkennend hinweggleiten! O, es iſt eine wunderbare, gnädige Schickung des Himmels, welche Dir im Augenblick des tiefſten Schmerzes dieſen En⸗ gel des Troſtes ſendet! 1

Nach dem unwillkürlichen Geſtändniß hatte Aliſette ſcheu,

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