Teil eines Werkes 
2. Band, 1812 : ein historischer Roman : 2. Theil (1843)
Entstehung
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die vor ihm Gehenden abzuſchneiden und Mariens Nachbar zu werden.

„Sie ſind die einzige Dame der Geſellſchaft,“ ſprach er, nachdem einige unbedeutende Worte hin und wieder gewech⸗ ſelt waren,„welche den beiden Fremden nicht unbekannt iſt. Sie behaupten ſchon in Dresden das Glück gehabt zu ha⸗ ben—“

„Daß ich nicht wüßte,“ entgegnete Marie ein wenig ſchnell;„ſie ſcheinen mir franzöſiſche Offiziere zu ſein, mit denen ich durchaus nicht in Bekanntſchaft geſtanden habe.“

„Vielleicht in keiner nähern,“ antwortete Arnheim;„doch war dem ältern Herrn Ihr Name bekannt, und er verſichert, Sie öfters im Theater geſehen zu haben.“

„Unmöglich,“ entgegnete Marie,„ich bin ſeit länger als einem Jahre nicht im Theater geweſen, und niemals, wenn franzöſiſche Garniſon in Dresden ſtand.“ Ihre Antwort war ſo lebhaft, daß Arnheim ihr mißfällig geweſen zu ſein fürchtete; und in der That fühlte ſich Marie auch faſt be⸗ leidigt, da ſie bei ihrem tiefgewurzelten Haß gegen die Feinde ihres Vaterlandes es faſt für einen Frevel gehalten haben würde, mit franzöſiſchen Offizieren Umgang gehabt zu haben, ſelbſt wenn ſich in jener Zeit nicht ſo leicht eine üble Nach⸗ rede an Bekanntſchaften dieſer Art geknüpft hätte.

„Ich darf betheuern,“ ſprach Arnheim,„daß ich nur wiederhole, was mir die Herren ſelbſt geſagt haben.“

„Ich glaube Ihnen das ſehr gern,“ entgegnete Marie milder, weil ſie glaubte, Arnheim fühle ſich verletzt;„aber Sie wiſſen, es liegt in der Art der Franzoſen, überall ge⸗ wiſſenlos zu verfahren, ſelbſt mit dem Rufe eines Mädchens. Die Bekanntſchaft dieſer Herren mit mir iſt möglich, wenn ſie mich dauf der Straße oder beim Spaziergange geſehen