Teil eines Werkes 
2. Band, 1812 : ein historischer Roman : 2. Theil (1843)
Entstehung
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er mochte ſich's geſtanden haben, oder nicht, er hatte eine lebhafte Neigung für Marien gefaßt, und dieſe unvermuthete Bekanntſchaft, welche St. Luces mit ihrem Namen zeigte, regte allerlei eiferſüchtigen Verdacht in ihm auf.

„Sagen Sie mir doch,“ fuhr dieſer indeſſen fort,„iſt dieſe junge Dame allein, oder mit ihren Verwandten hier?“

„So viel ich weiß, nur mit ihrer Mutter,“ entgegnete Arnheim,„welche jedoch ihrer Kränklichkeit wegen zu Hauſe geblieben iſt.“

„Alſo ihr Bruder iſt nicht mit hier?“

„Ihr Bruder? Ich weiß von keinem. Es iſt indeſſen nicht unmöglich, daß er hier geweſen iſt oder erwartet wird; da ich erſt ſeit einigen Tagen die Ehre habe, das Fraulein zu kennen, ſo kann ich über ihre nähern Familienverhältniſſe durchaus keine Auskunft geben.“

„Alſo dürfte man den Bruder noch erwarten?“ fragte St. Luces mit einem Eifer, welcher zeigte, daß ihm daran gelegen war.

„Darüber würde die Dame Ihnen wol ſelbſt am beſten Auskunft geben können,“ erwiderte der Rittmeiſter, dem das gegenſeitige Anblicken beider Fremden, ihre bedeutenden Au⸗ genwinke immer auffallender und unangenehmer wurden. Sie fragten indeß nicht weiter, und Arnheim ſuchte ſich von ihnen loszumachen, was ihm um ſo leichter wurde, da Beide ziemlich weit zurückblieben und leiſe, aber emſig mit einander ſprachen. Um ſo angelegentlicher beſtrebte er ſich

dagegen, Marien zur Seite zu kommen, um ihr zu ſagen, daß ſie von jenen Fremden gekannt ſei, und wo möglich zu erfahren, wie es mit jener Bekanntſchaft, die von ihrer Seite durchaus nicht geltend gemacht worden war, zuſam⸗ menhängen möge. Bei einer Wendung des Pfades gelang es ihm, durch einen kecken Sprung den Abhangehinunter

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