Teil eines Werkes 
2. Band, 1812 : ein historischer Roman : 2. Theil (1843)
Entstehung
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caire vorſtellte, der Geſellſchaft anſchließen zu dürfen, was natürlich höflich angenommen wurde. Marie hatte während deſſen zufällig entfernt geſtanden und daher die Namen der Ankömmlinge nicht gehörtz ſonſt würde ſie freilich aufs hef⸗ tigſte erſchrocken ſein, da ſie wußte, wie nahe ſie mit dem Schickſal ihres Bruders zuſammenhingen. Von Anſehen kannte ſie keinen derſelben.

Man trat jetzt gemeinſchaftlich den Rückweg nach dem Schloſſe an. Die beiden Fremden wußten ſich mit fran⸗ zöſiſcher Gewandtheit und Galanterie den Damen zu nähern und waren bald ſo bekannt mit ihnen, als wären ſie die älteſten Freunde. Da man ſich im Hinabgehen vereinzeln mußte, hielt der ältere der Fremden, St. Luces, den Ritt⸗ meiſter ein wenig zurück und fragte ihn mit der gewöhn⸗ lichen geſelligen Neugier nach Stand und Namen der An⸗ weſenden. Auch Beaucaire drängte ſich zu hören heran. Die Namen Erlhofen, Benno, ſelbſt die der Gräfin und Lo⸗ doiska's ſchienen ſie ziemlich gleichgültig zu laſſen; als aber Arnheim Marien nannte, fiel der ältere Fremde ihm über⸗ raſcht in die Rede:„Wie? Noſen? Aus Dresden? Haben Sie gehört, Beaucaire?“

„Allerdings,“ erwiderte dieſer mit einer Miene, deren ſeltſamer Ausdruck dem Rittmeiſter auffiel.

„Kennen Sie die junge Dame?“ fragte er erſtaunt.

„Ein wenig, verehrteſter Freund,“ erwiderte St. Luces, „ein wenig. Ich habe ſie in Dresden, wo ich mich vor einigen Monaten aufhielt, mehrmals im Theater geſehen, und, da mir ihr angenehmes Außere auffiel, ſie mir nennen laſſen. Dies iſt unſere ganze Bekanntſchaft.“ Dabei warf er jedoch ſo ſeltſame Blicke zu Beaucaire hinüber, daß der Rittmeiſter wohl merkte, es müſſe hier eine andere Bezie⸗ hung obwalten, die ſeine Neugier nicht wenig ſpannte. Denn