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einem hohen Bergkegel, der den breiten Schatten quer über den Strom warf, dahin, bald tanzten die Gondeln auf dem ſilbernen, im Sonnenſcheine blitzenden Wellen, während das Ufer in grüner dämmernder Nacht des Waldes und der Be⸗ ſchattung ruhte und ſich heiter in der Fluth abſpiegelte. Jetzt verengte ſich das Bett des Stromes, und er ſchoß brauſend zwiſchen und über Felſen dahin, jetzt erweiterte er ſich zum ruhigen See, in deſſen Tiefe die Wolken ſtill vorüberzogen. Nach einer Stunde hatte man das Ziel, den Schreckenſtein und ſeine Felſenburg, erreicht.
„Ich hätte mir den Fels doch höher vorgeſtellt,“ ſprach Lodoiska zu Benno, indem ſie, am Ufer ſtehend, die Blicke nach den Thurmſpitzen hinaufwarf;„von weitem erſchien er mir weit majeſtätiſcher. Er iſt der erſte ſchroffe Fels, den ich in meinem Leben ſehe, denn bei uns in Polen iſt das Land nur eben und von Wald oder Brüchen durchſchnitten.“
„Laſſen Sie uns nur erſt den Gipfel beſteigen,“ erwi⸗ derte Benno,„alsdann werden Sie es wol bald empfinden, daß der Fels nicht unbedeutend iſt. Jetzt verſchwindet er freilich gegen die viel höher hinter ihm aufſteigenden Wald⸗ gebirge.“
Lodoiska heftete noch immer die ſinnenden Blicke auf den
verwegen überhangenden Gipfel.„Gebirgsländer ſind doch ſehr ſchön!“ ſprach ſie nach einer kleinen Pauſe.„Polen hat auch Gebirge, aber nur im ſüdlichen Theile, wo ſich einige Zweige der Karpathen erheben. Ich bin niemals dort geweſen.“
Ein Theil der Geſellſchaft hatte, während Beide ſprachen, ſchon den Weg, die Felſenhöhe hinauf, angetreten; Benno reichte daher ſeiner ſchönen Kranzwinderin den Arm und führte ſie gleichfalls den ſteilen Pfad hinan. Als ſie die Höhe bald erreicht hatten, wollte ſich Lodoiska umwenden,
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