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gelegt hat, und welchen ſie ſich freilich für die Dauer des Lebens fügen müſſen. Der ängſtlich hemmende Faden, an dem ſie kaum zu flattern wagten, zerreißt, und ſie gaukeln einmal fröhlich, von den Lüften und Wellen der Freude ge⸗ tragen, von freieren Flügeln gewiegt, in dem erweiterten Gebiet umher und wagen ſich zu bisher nicht gekannten Höhen und Räumen. Die Sitte und die Tugend herrſchen alsdann nur als freie ſchöne Gewohnheiten des Lebens und der Seele, nicht mehr als fremde ſtrenge Gebieterinnen über ſie.
Mit der höheren Röthe der Wange färbt ſich auch die Luſt ſchimmernder und lockender; friſche Lüfte regen die un⸗ merklich fließenden Wellen der Seele zu höherem Wallen auf, und raſcher eilt der Strom zwiſchen den reizenden Ufern dahin.
Die Waärme im Saale, obwol durch offene Fenſter, die ein kühles Fächeln der Lüfte erzeugten, und durch den Duft der Kränze und Blumen gemildert, wurde doch nach einiger Zeit drückend, und bald hielt es zumal die Jugend nicht mehr länger aus, an den beſtimmten Platz gefeſſelt zu ſein, ſo angenehm er durch die Nachbarſchaft wurde. Mit allge⸗ meiner Freude nahm man daher die Nachricht auf, welche Heilborn und Arnheim als Feſtordner und Miniſter brach⸗ ten, daß zwei Gondeln auf der Elbe in Bereitſchaft lägen, um die Geſellſchaft nach dem Schreckenſteine zu führen, wo man den Nachmittag zubringen wollte. Erlhofen hätte zwar noch gern eine Zeitlang bei Tafel geſeſſen, zumal da der anſehnliche Vorrath von Champagner noch lange nicht er⸗ ſchöpft war, doch die Jugend ließ ſich nicht länger feſſeln und ſelbſt ſeine königliche Autorität vermochte nichts über ſie. So brach man denn fröhlich auf, die Paare blieben geord⸗ net wie zuvor, und der Zug trat ſeinen Weg nach dem Ufer des Fluſſes an.


