Teil eines Werkes 
2. Band, 1812 : ein historischer Roman : 2. Theil (1843)
Entstehung
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bald gefüllt und kehrten zur Geſellſchaft zurück. Sie ſchüt⸗ teten ihren Vorrath auf den Raſen, und die Königin be⸗ trachtete ihn mit prüfendem Wohlgefallen.

„Sehr ſchön,“ ſprach ſie;„jetzt werde ich meine Kranz⸗ winderinnen ernennen.“ Ihre Wahl fiel auf Marie, Lo⸗ doiska und Louiſe, die ſehr artige Tochter eines wohlhaben⸗ den Mannes aus Teplitz, die von den Brunnengäſten, welche in ihrem Hauſe wohnten, zu der Spazierfahrt eingeladen war. Die Maͤdchen ſetzten ſich ſogleich auf den Raſen und begannen den Kranz zu winden, der ſich unter ihren zier⸗ lichen Händen ſchnell füllte und rundete. Als er vollendet war, wählte die Gräfin drei Blumen aus, eine wilde Roſe, eine Cyane und ein Veilchen, das ſich als ein Spätling noch an einer ſchattigen Stelle vorgefunden hatte. Dem Dichter wurden jetzt die Augen verbunden, die Gräfin gab jedem der jungen Mädchen eine der drei Blumen und gebot nun Benno zu wählen. Dieſer nannte die Roſe, und Lodoiska wurde ſeine Gefährtin. Ihr war es beſtimmt, den vollen friſch⸗ duftenden Kranz auf Benno's blondlockiges Haupt zu ſetzen. Sie nahm ihn weiblich ſchüchtern und leicht erröthend, Benno beugte ein Knie vor ſeiner ſchönen Gebieterin und empfing mit klopfendem Herzen den Lohn für ſeine dichteriſche Gabe. „Möge dieſer Kranz Sie ſo erfreuen,“ ſprach Lodoiska,„wie Ihre ſchöne Erzählung unſer Herz bewegt hat.“ Bei dieſen Worten wich das holde Erröthen wieder von ihrer Wange, und es blieb nur jener leichte Anhauch zurück, der ihren

ſchönen Zügen einen ſo ungemein feſſelnden Reiz verlieh.

Benno ſtand auf, ergriff ihre Hand, küßte ſie mit Lebhaf⸗ tigkeit und erwiderte mit den leicht geänderten Worten des Dichters:

„O, daß mein Lohn nicht Eure Strafe werde!“ Er reichte ihr jetzt den Arm und begleitete ſie zu ihrem