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einer Begebenheit, einer Handlung, ſodaß man ſie gewiſſer⸗ maßen als eine geheimnißvolle Tochter der That und des Orts betrachten kann. Und wie häufig findet ſich's, daß auch der Schauplatz der Begebenheiten ungemein tief mit dieſen ſelbſt in Verbindung ſteht.“
„Sie haben gewiß recht,“ erwiderte Benno ein wenig er⸗ röthend;„indeſſen kommen auch manche Beiſpiele vor, wo ſich die ſchönſten Märchen an eine wenig hervortretende Ortlichkeit knüpfen, und eines davon iſt meine Erzählung. Doch geſtehe ich gern, daß meine allgemeine Schlußfolge aus dieſen Beiſpielen etwas zu raſch war.“
„Dem ſei wie ihm wolle,“ ſprach die Gräfin,„Ihre Erzählung hat uns eine angenehme Stunde bereitet. Ich als Monarchin habe die Verpflichtung, den Dichter meines Minnehofes zu belohnen, und ich denke, es ſoll in wahrhaft fürſtlicher Weiſe geſchehen. Die Erzählung iſt auf dem reinen Boden der Natur gewachſen; mit ihren reinen ur⸗ ſprünglichen Gaben ſoll ſie auch belohnt werden. Sie empfiehlt auf eine eindringliche Weiſe die Treue als die wahrhafte Seele der Liebe und nimmt ſich ſomit insbeſondere unſeres Geſchlechts an, welches von der Treuloſigkeit der Männer ſo viel zu dulden hat. Es iſt daher billig, daß eine weibliche Hand den ſinnvollen Dichter, für den uns der Erzähler gel⸗ ten muß, belohne. Ich befehle alſo allen Jungfrauen unſeres Hofes, ſich aufzumachen, um die ſchönſten Feldblumen zu ſuchen. Bei der Rückkehr unſerer ſchönen Edelfräulein werde ich ſelbſt Drei von ihnen auswählen, um einen Kranz aus den Blumen zu flechten, und hierauf ſoll das Loos entſchei⸗ den, welche dieſer Drei den Dichter bekrönen und, ſo lange unſer Reich dauert, ſeine Gefährtin ſein wird.“
Ein allgemeiner Beifall erhob ſich, als die Monarchin dieſen Beſchluß bekannt machte. Die Maͤnner klatſchten


