Teil eines Werkes 
2. Band, 1812 : ein historischer Roman : 2. Theil (1843)
Entstehung
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ſah die Reihen dreifach übereinander, in hin und wieder lau⸗ fender Bewegung, bis ſie höher hinauf in der Biegung des Pfads und dem Dunkel des mit Gebüſchen gekrönten Gipfels verſchwanden. Erlhofen ſchritt, mit der Gräfin am Arm, an der Spitze ſeines Volkes; von Zeit zu Zeit ſtand er ſtill⸗ theils um ausruhen zu laſſen, theils um auf die ſchönen Blicke, welche man in das Thal hatte, aufmerkſam zu machen. Der Gipfel war bald erreicht; er gewährte, wenngleich nicht eine weite Ausſicht, doch einen ungemein reizenden Üüberblick der nächſten Landſchaft. In die Gaſſen des Städtchens ſah man ſo hinein, als ſtände man auf einem Thurme.„Wir können unſere Monarchie von hier oben deutlich überſehen,“ ſprach der Baron und deutete mit dem Finger auf den Gaſt⸗ hof am Markt, in deſſen Fenſter man hineinblicken konnte; nauch unſere Heeresmacht können wir zählen, die ſich dort in Form einer Wagenburg im Schatten des Rathhauſes am Markt aufgeſtellt hat. Ich ſehe aber nicht ein, weshalb ich nur unſere nächſten Beſitzthümer der Monarchie einverleiben will! Was heißt beſitzen? Meiner Meinung nach beſitzt man alles Das, was man genießt, wenigſtens ſo lange man es genießt. Dadurch erweitern ſich die Grenzen unſers Gebiets bis ins Unermeßliche; das Elbthal, deſſen ſchöner Anblick uns heute erfreuen ſoll, gehört uns nun ganz unbeſtreitbar, und was man wider unſere Herrſchaft über die Sonne, die uns heut die Luft milde erwärmen muß, und über den Mond, dem ich's beſonders aufgetragen habe, uns nach Hauſe zu leuchten, einwenden will, kann ich mir kaum vorſtellen.“ „Die ſchönere Hälfte unſeres Beſitzthums,“ erwiderte die Gräfin, indem ſie ſich freundlich umſah,„ſcheint mir der lebendige Theil unſerer Herrſchaft zu ſein; ich werde mich als eine wahre Landesmutter am meiſten in dem Wohlſein meines Volkes glücklich fühlen.“—„Wahrlich!“ rief Erlhofen,