Teil eines Werkes 
2. Band, 1812 : ein historischer Roman : 2. Theil (1843)
Entstehung
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bleiben, oder in eine nähere Beziehung zu ihr treten würde, ddeenn es konnte nicht fehlen, daß Erlhofen und der Rittmeiſter,

zumal da Beide Ordner des Feſtes waren, die Damen ein⸗ ander vorſtellen würden. Dies geſchah auch, ſowie ſie im Wagen ſaßen; kaum hatte Erlhofen Mariens Namen ge⸗

unt, als die Gräfin auch ſogleich angelegentlichſt fragte, ob ſie aus Dresden ſei und den Oberſt Raſinski, ihren Bruder, gekannt habe.

Als Marie Beides bejahte, fragte die Gräfin auch nach ihrem Bruder und nach ihrer Mutter, und ob Beide an⸗ weſend ſeien.

„Meine Mutter,“ ſprach Marie etwas betreten,„iſt zwar in Teplitz, allein durch Kränklichkeit gehindert, dieſem Feſte beizuwohnen; mein Bruder aber befindet ſich wieder auf Neiſen, ſodaß ich ſelbſt in dieſem Augenblicke ſeinen Aufent⸗ halt nicht anzugeben wüßte.“

Die Gräfin ſprach die Hoffnung aus, wenigſtens die Bekanntſchaft der Mutter zu machen, da ſie ſich vier Wo⸗ chen in⸗Teplitz aufzuhalten gedenke.„Dresden,“ bemerkte ſie nach einigen Augenblicken,„iſt für meinen Bruder über⸗ haupt ein ſehr glücklicher Ort geweſen, ſo kurze Zeit auch ſein Aufenthalt daſelbſt gedauert hat. Denn er hatte auch zwei Freunde dort gewonnen, welche aus Neigung zu ihm in ſeinem Regimente Dienſt genommen haben und einige Zeit zu Warſchau in meinem Hauſe wohnten. Gewiß wer⸗ den Sie ſie kennen; Graf Lomond und Herr von Soren.“

Marie gerieth in eine quälende Unruhe; einmal war jede Verſtellung, jede, ſelbſt die unſchuldigſte Unwahrheit ihrem Herzen ſo fremd, daß ſie ſogar in ſo dringenden Fällen da⸗ vor zurückbebte, und dann wußte ſie ja auch nicht, wie weit Bernhard und Ludwig mit ihr bekannt zu ſein angegeben