r 5— 9 3 8 8— 25 7p. 1 haben mochten. Faſt unhörbar, über das ganze Geſicht er⸗ 3 glühend, erwiderte ſie daher:„O ja, ich kenne ſie ſehr ent⸗ fernt.“ Der Gräfin entging ihre Verlegenheit nicht, indef gab ſie derſelben eine andere Deutung; ſie glaubte nämlich aus Mariens auffallender Bewegung die Vermuthung iehen zu dürfen, daß ihr Herz bei dieſer Bekanntſchaft ſtärker be theiligt ſei, als ein junges Mädchen verrathen darf. Mit einem leichten, eben ſo ſchnell, als es entſtand, unterdrückten Lächeln ließ ſie daher das Geſpräch fallen und ging zu an⸗ dern Gegenſtänden über. Mit der Gewandtheit einer Frau von Welt wußte ſie ſich ſogleich, ohne einen auffallenden Sprung zu machen, auf das angenehmſte über das heitere Feſt zu verbreiten, deſſen Theilnehmerin ſie ſo unvermuthet geworden war. Marie fragte dagegen nach der Tochter der Gräfin, für welche ſie die junge Lodoiska hielt.„Ihretwegen,“ erwiderte dieſe,„beſuche ich hauptſächlich das Bad. Weniger weil ihre Geſundheit den Gebrauch deſſelben nothwendig macht, als weil ſie einer Zerſtreuung bedurfte, die ſie jetzt in unſerer, dem Kriegsſchauplatze zu nahe gelegenen Vaterſtadt Warſchau nicht finden kann. Nichts konnte mir daher er⸗ wünſchter ſein, als gleich bei meiner Ankunft auf eine ſo überaus heitere Weiſe begrüßt zu werden. Ich habe auch be⸗ merkt, daß dieſes Vorzeichen, wenn wir es ſo nennen wollen, auf Lodoiska einen ungemein glücklichen Eindruck gemacht hat. Sie gihe viel auf dergleichen, denn ſie iſt überhaupt eine liebe— aumerin. Leider neigt ſie ſeit einigen Monaten ſo ſehr Schwermuth, daß ich faſt daran verzweifelte, ihren 4 Ant für die heiteren Genüſſe des Lebens wieder rege zu 4 n hen. Allein nichts wirkt mehr auf den Menſchen, als 8*s Ungehoffte, Unvermuthete, worin er keine Veranſtaltung, teine Abſichtlichkeit, ſondern eine Fügung, ja gewiſſermaßen eine Wendung ſeines eigenen Geſchickes ſieht und daher mit II. 2
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