Teil eines Werkes 
2. Band, 1812 : ein historischer Roman : 2. Theil (1843)
Entstehung
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den Schloßberg mit ſeiner herrlichen Ruine über die Gebüſche hineinragen ſah.

Marie hatte einen ganz eigenthümlich weiblichen Sinn des Einniſtens und Einbauens in trauliche Verhältniſſe; es war ihr zur andern Natur geworden, Alles um ſich her freund⸗ lich und heimiſch zu geſtalten. Ein nicht geordnetes Zimmer erregte ihr oft, ohne daß ſie ſich deſſen ſelbſt bewußt war, ein peinliches Unbehagen. Dagegen fand ſie ſich glücklich im Einrichten und Aufſchmücken eines Ortes, den ſie zum Aufent⸗ halt gewählt hatte. Nicht daß ſie die Pracht oder auch nur die modiſche Eleganz geliebt hätte, aber Alles um ſie her mußte einen freundlichen Anſtrich haben. Die Art, wie ſie einen Blumentopf ſetzte, ihre weiblichen Handarbeiten im Zimmer um ſich her ordnete, die Bücher, welche ſie zunächſt las, ihre Noten, kleinen Zeichnungen rings um ſich her ver⸗ breitete, alles Dies gewährte eine Behaglichkeit, von der ſich jeder Eintretende, ſobald er nur einen Blick über das Zimmer geworfen hatte, überraſcht fand. So war es denn auch jetzt ihr erſtes Geſchäft, die Koffer auszupacken und die Räume des Gemachs theils zu füllen, theils zu zieren. Ihr weib⸗ licher Ordnungsſinn war aber nicht auf äußern Schein allein gerichtet, ſondern erſtreckte ſich auch überall dahin, wohin das Auge des fremden Beobachters nicht drang. In ihrem Näh⸗ tiſch, ihrem Kleiderſchrank war dieſelbe zierliche und bequem⸗ nützliche Einrichtung anzutreffen wie in ihrem Zimmer; ja, in ihrer Kleidung, in ihrem Haar erkannte der Beobachter das Walten deſſelben Geſetzes, die Wirkſamkeit derſelben Eigen⸗ ſchaften der Seele. Sollte man ſich verwundern, wenn dieſe trauliche Ordnung und harmoniſche Verbindung der Räume und Dinge auch gewiſſermaßen in ihrem Charakter ſelbſt zu erkennen war? Sie hätte einen düſtern Kerker wohnlich zu

machen gewußt durch weibliches Ordnen und Walten