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im reinſten Blau über der Erde ſtand, und das Silbernetz des Thaues reich blitzend über die ganze Flur geworfen war, verließen ſie die Stadt. In einem einſamen, an der Straße unweit Peterswalde ſtehenden Gaſthauſe brachten ſie die Mit⸗ tagsſtunden zu. Während deſſen kühlte ein am Himmel her⸗ aufgeſtiegenes Gewitter, welches ſich in einem fruchtbaren Regenſtrom entlud, die glühende Atmoſphäre wohlthätig ab. Sie fuhren weiter, als der Regen noch leiſe herabtröpfelte, obwol das Gewölk ſich ſchon verzog und heitere blaue Strei⸗ fen durch die duftigen Nebelſchleier blickten. Die tiefer ſtehende Sonne warf freundliche Strahlen ſeitwärts herein, daß Laub und Auen im funkelnden Diamantenſchmuck der Tropfen glänzten. So erreichten ſie den nollendorfer Berg, den ſie langſam hinanfuhren. Mit der Nachmittagsſonne langten ſie auf dem Gipfel bei der kleinen Kirche an, und nunmehr lag das ganze Königreich Böhmen zu ihren Füßen ausge⸗ breitet da. So oft Marie auch dieſen großartigen Anblick gehabt hatte, ſo war ſie doch immer neu von demſelben überraſcht und entzückt.
Sie ſtieg mit der Mutter aus dem Wagen und ging mit ihr von der Straße ab bis an die Kapelle, wo ſie ſich im Schatten derſelben— denn die Sonne ſtand ſchon weſtlich hin⸗ ter dem Gebirg— auf eine Bank niederſetzten. Das Erzge⸗ birge dehnte ſeine grüne ſchattige Waldmauer majeſtätiſch nach Südoſt hin aus; in den tiefen Schluchten glänzten die rein⸗ lichen Häuſer vieler Ortſchaften, Schlöſſer, Abteien. Die langen Waldungen ſtreckten ſich oft weit in das Land hin⸗ ein, bevor ſie ſich in Kornfelder oder Wieſen verliefen; die Chauſſée zog ihren weißen glänzenden Streifen in ſchlängeln⸗s der Windung den Abhang des Berges hinunter, theilte den Fichtenwald und reihte dann nach und nach die reichen Dörfer der Hügelebene an ihrem Bande a Marie i
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