Teil eines Werkes 
1. Band, 1812 : ein historischer Roman : 1. Theil (1843)
Entstehung
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Es fing ſchon an zu dunkeln, als das Regiment den Platz, der zu ſeiner Lagerſtätte beſtimmt war, erreichte. Der Raum, welchen es einnehmen durfte, war durch die Ort⸗ lichkeit genau abgeſteckt. Man befand ſich nämlich auf einem Hügel, der, auf der Oberfläche kahl, rings umher von Buſchwerk begrenzt wurde. Einige Hundert Schritte ſeitwärts hatte man auf der Spitze eines andern, etwas höhern Hü⸗ gels das Zelt des Kaiſers aufgeſchlagen. Die dreifarbige Fahne wehte von demſelben herab. Zwei Mann der alten Garde ſtanden Wache davor. Generaloffiziere, Adjutanten, Ordonnanzen kamen und gingen ununterbrochen. Bernhard ſchaute unverwandt nach dem Gezelt hinüber, wo ſich in die⸗ ſem Augenblicke das Geſchick Europa's entſchied. Indeſſen blieb ihm nicht lange Zeit zu müßigen Betrachtungen; die angenehmſte Arbeit des Soldaten, ſich in ſeinem Bivouac einzurichten, begann. Die Ställe für die Pferde wurden durch Piketpfähle mit umgeſchlungenen Fouragierleinen abge⸗ theilt. Man beſtimmte die Feuerſtellen; Einige holten Holz und Stroh, Andere Waſſer herbei. In kurzer Zeit loderten die Bivouacfeuer luſtig auf; die Kameraden lagerten ſich um⸗ her, trauliche Geſpräche knüpften ſich an, man wurde heiter

und heiterer. Ein guter Trunk, den Raſinski ſpendete, er⸗

höhte die ſorglos frohe Stimmung; ja ſogar fröhliche Kriegs⸗ lieder erſchallten laut, bis die ſinkende Nacht und die Ermü⸗ dung des Tages den Schlaf herbeiriefen, der das bewegte Treiben des Lagers in eine feierliche Ruhe verwandelte.