Teil eines Werkes 
1. Band, 1812 : ein historischer Roman : 1. Theil (1843)
Entstehung
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zu greifen, doch es ſchlug unbändig aus, warf einige Feld⸗ keſſel um, daß die eben fertige Abendkoſt in die Kohlen ge⸗ ſchüttet wurde, und entſprang dann in wilden Bogenſätzen. Die Infanteriebataillone, welche in der Nähe lagen, erho⸗ ben ein jubelndes Gelächter über dieſe Jagd und ſuchten das Thier durch Geſchrei zurückzujagen. Die polniſchen Reiter drehten gleichfalls lachend die Köpfe nach dem Schauſpiel um, als plötzlich Raſinski's Commandowort:Richtet Euch! Au⸗ gen rechts! ſie in die ſtrengen Feſſeln des Dienſtes legte. Es war ein franzöſiſcher General, welchem Raſinski auf dieſe Art den Zoll des militairiſchen Ehrengrußes abtrug. Er ritt einen prächtigen Grauſchimmel, deſſen Zaͤumung und Scha⸗ beracke reich mit goldenen Verzierungen und Stickereien bedeckt war. Grüßend faßte er an den Hut und betrachtete im Vor⸗ überreiten die Leute mit einem großen, aufmerkſamen Auge. Die athletiſche Geſtalt, das ernſte Feuer im Blicke, die ſtren⸗ gen Züge auf der hohen Stirn, alles Dies zuſammen ver⸗ lieh ihm jene Gewalt der Perſönlichkeit, wodurch der Sol⸗ dat ein ſo unbedingtes Vertrauen zu ſeinem Führer gewinnt. Auch ſtanden von beiden Seiten die Leute im Lager ehrfurchts⸗ voll ſtill und hielten ſich in ſtrenger dienſtlicher Haltung, bis er vorüber war.

Ludwig, auf den die Erſcheinung einen ganz beſondern Eindruck gemacht hatte, fragte leiſe den ihm zur Seite rei⸗ tenden Boleslaw:Wer iſt dieſer General?

Der Marſchall Davouſt, Fürſt von Eckmühl, erwi⸗ derte dieſer mit ernſter, gewichtiger Miene, welche die Be⸗ deutung wahrnehmen ließ, die der berühmte Feldherr auch für ihn hatte.

Der Marſchall Davouſt, ſprach Ludwig weiter zu Bernhard, und Beide ſahen ihm mit geſpanntem Auge nach, bis er ſich in das Getümmel des Lagers verlor.