Teil eines Werkes 
1. Band, 1812 : ein historischer Roman : 1. Theil (1843)
Entstehung
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Herz. Denn wenigſtens von den Blüthen glücklicher Liebe kann ich noch kein ſonderliches Herbarium aufweiſen.

Ludwig ſchwieg; er hing ſeinen ernſten Gedanken nach, die durch Bernhards Worte lebhaft aufgeregt waren.

Nun Tölpel, rief Bernhard etwas verdrießlich, denn ein mächtiger Dragoner, dem ein dichter ſchwarzer Buſch von Pferdehaaren vom Helme herabhing, ritt auf einem wahren Brauerpferde dicht an ihm vorbei und rannte ihn faſt vom Sattel. Der Kerl ſteckte jedoch den Tölpel ein, ohne ſich umzuſehen und ritt ſeiner Wege.

Ein unverſchämter ſchnauzbärtiger Eſel, der dort ſeine langen Beine über den plumpen normänniſchen Gaul ge⸗ hängt hat, polterte Bernhard;Der Kerl machte einen förm⸗ lichen Choc gegen mich mit ſeinem Elephanten.

Das ſind die Höflichkeiten des Lagers, rief Jaromir lachend, der Bernhards Unfall geſehen hatte.Du wirſt ſo lange welche einſtecken müſſen, bis Du ſie wieder austheilen lernſt!

Pah! erwiderte Bernhard,in dieſem Punkte bin ich als Meiſter geboren; bei Grobheiten gleiche ich gewiſſen Echos, welche den Schall nicht nur vervielfältigen, ſondern auch verſtärkt zurückgeben. Bei mir wäre das Sprichwort: wie man in den Wald hineinſchreit, ſo ſchallt es wieder her⸗ aus, nicht ganz richtig angewendet, denn ein grober Flegel bekommt mich in einem Hohlſpiegel zu ſehen, wo ich ihm ein grimmiges Geſicht ſchneide.

Man kam jetzt an einen Cavaleriebivouac, wo die Pferde

in langen Reihen an ausgeſpannten Leinen ſtanden. Das

muthige Stampfen und Wiehern der Roſſe machte das Schau⸗

ſpiel lebendiger. Eines derſelben riß ſich los, als das Ca⸗

valerieregiment anrückte, und wollte den brüderlichen Reihen

zueilen; ſogleich waren eintge Dragoner hinterdrein, um es