Teil eines Werkes 
1. Band, 1812 : ein historischer Roman : 1. Theil (1843)
Entstehung
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gen ein Dutzend Grenadiere um ein ſtattliches Feuer. Ein bärtiger Sapeur rührte eifrigſt die Nachtkoſt im Feldkeſſel um. Er war jeden Augenblick genöthigt, ſeinen langen Bart vor der aufflackernden Flamme zu ſichern; einige junge Leute, die ſeine Noth anſahen, trieben ihren Spott mit ihm. Ei⸗ ner lag mit verbundenem Kopf und ſchlief; ſeine Kameraden hatten ihm mit Kohle einen ungeheuern Schnurbart gemalt. Zwei ſtanden und fochten ſcherzhaft mit den Händen. Die übrigen ſaßen oder lagen im Kreiſe umher und betrachteten müßig das vorbeiziehende Regiment, ſchienen jedoch keine ſon⸗ derliche Aufmerkſamkeit auf die für ſie ſo alltägliche Bege⸗ benheit zu wenden. Ohne Umſtände deuteten ſie mit Fin⸗ gern auf Das, was ihnen auffiel, und Einer drehte ſogar dem ihn ſcharf anblickenden Bernhard muthwillig eine Naſe, wor⸗ über die Andern ein helles Gelächter aufſchlugen.

Einige Schritte weiter war eine andere Gruppe gelagert, welche aufmerkſam einem muſikaliſchen Genie zuhörte, das auf einer kleinen Querflöte die Romanze:II pleut, il pleut bergère; blies. Dieſes Lieblingsliedchen ſchien die Zärtlich⸗ keit eines Sergeanten zu entflammen, der hinter dem Kreiſe ſeiner gelagerten Kameraden einer niedlichen Marketenderin die feinſten Galanterien zu ſagen ſuchte und ihr das Kinn mit einem gewiſſen väterlichen Wohlwollen ſtreichelte, obgleich ſeine lebhaften Augen eine viel feurigere Zuneigung zu dem muntern Mädchen verriethen. Sie nickte wohlgefällig mit dem Köpfchen zu dem Takte der Melodie und achtete nicht ſonderlich auf den Liebhaber, dem ſie nur dann und wann die Hand abwehrend zurückſchlug.

Die Liebe iſt uberall zu Hauſe, ſprach Bernhard la⸗

chend;auch im Bivouac treibt ſie ihre Blüthen. Der ewig

dürre Boden, wo ſie gar nicht fort will, glaube ich, iſt mein

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