Teil eines Werkes 
1. Band, 1812 : ein historischer Roman : 1. Theil (1843)
Entstehung
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doch mit dem Ausdruck der innigſten Liebe:Habt Ihr mir auch ganz vergeben? Ach, verdiene ich es denn auch? O, ſeht mich noch einmal gütig an!

Feodorowna wandte ſich um; ſie blickte ſie, durch ihre Thränen, freundlich an.Dein Herz iſt lauter! Du liebſt! Um der Liebe willen wird uns viel vergeben. Ich vergebe Dir Alles. Und könnte die Blüte Deines Glückes nur aus meinem Grabe aufſprießen ich würde Dich ſegnen aus der ſtillen, kühlen Gruft herauf. Doch geht, geht!

Sie verließen ſtill das Gemach.

Himmliſche Beſchützerin! Gnädig waltende Mutter Gottes! rief Feodorowna jetzt und beugte ihre Kniee vor dem Marienbilde,gib Du mir Troſt und Kraft. Ich ver⸗ traue mich Deiner ſegnenden Milde! Du wirſt mich nicht verlaſſen in der kalten, ſchauerlichen Nacht des Lebens. Dein ſanftes Geſtirn wird mir leuchten, auch wenn der ganze Him⸗ mel ſich düſter verhüllt!

Nach dieſem Gebet kam eine tröſtende Ruhe über ihr Herz. Segnend empfand ſie es, daß es eine Hand gibt, die unſere brennendſten Wunden zu heilen vermag, ein Auge, das uns nicht verliert in der dunkelſten Tiefe des Abgrun⸗ des. Durch das graue, finſter wogende Nebelgewölk ihrer Zukunft brach ein Lichtſtrahl und weckte einen zarten Keim der Hoffnung in ihrer Seele. Verzage nicht, rief es ihr zu;

wenn auch Dein ſterbliches Auge keinen Pfad mehr ſieht, der

Dich zu einem glücklichen Ziele führen könnte; hinter dieſen düſtern Nebelſchleiern ruht ja der Himmel in ſeiner ewigen Klarheit. Ein Hauch des Allmächtigen und das Gewölk zer⸗

fließt, und über Dir ſteht das reine, blaue Gewölbe des

Athers mit ſeinem ſeligen Sonnenlicht. Feodorowna trat ans Fenſter. Der Frühling ſchmückte

die Erde; er lieh ihr, ſelbſt in dieſer nordiſchen Ode, den