Teil eines Werkes 
1. Band, 1812 : ein historischer Roman : 1. Theil (1843)
Entstehung
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erſchüttert, aber gefaßt, bleich, aber ohne Thränen. Die Ältern waren allein. Sie fand den Vater freundlicher als jemals, auch die Mutter zeigte ſich gütig.Du willſt nun gehorſam ſein, willſt unſere Wünſche erfüllen, Feodorowna? ſprach ſie ſanft. Es war ſeit Monden der erſte Laut der Liebe aus dem mütterlichen, ſonſt ſo heiß von der Tochter geliebten und verehrten Herzen.

Ja, meine Mutter, entgegnete ſie,ich will jetzt das Glück meines Lebens einer Pflicht opfern, von der mich nichts loszuſprechen vermochte. Allein ich mache es mir zur uner⸗ läßlichen Bedingung, daß ich über das Schickſal der Unglück⸗ lichen jetzt völlig frei beſtimmen darf.

Es ſei Dir gewährt, ſprach Dolgorow faſt mit dem Ausdruck der Güte.

Noch eine zweite Bedingung muß ich mir machen, fuhr Feodorowna fort.Den Schritt, welchen ich zu thun im Begriff bin, muß ich mit Faſſung, mit weiblicher Würde vollführen; ich darf auch nicht mit dem zerſtörten Antlitz des Schmerzes zu meinem Bräutigam treten, denn meine Züge würden dem Ja meiner Lippen zu ſchroff widerſprechen. Es müßte ihn beleidigen, und das will ich nicht; denn von dem Augenblicke an, wo ich ihn zum Gatten wähle, bin ich ihm Achtung ſchuldig; mein zu heftiger Schmerz würde dieſe ver⸗ letzen. Darum verlange ich drei Tage, um mein Herz zu faſſen, meine Seele ernſt zu ſammeln; der fromme Zuſpruch des Vater Gregor wird mir in dieſem ſchweren Kampfe hülf⸗ reich zur Seite ſtehen. Mit der Sonne des vierten Tages bin ich bereit, den Verlobungsring mit dem Grafen zu wech⸗ ſeln; bis dahin laſſe man mich meiner Einſamkeit.

Auch dies ſei Dir gewährt, ſprach der Vater;Du weißt, Deine Altern haben Dich ſtets geliebt, und nur Dein