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der kalten, durch das Verderben der Liebloſigkeit, welches in den höhern Ständen herrſcht, von Jugend auf verhärteten und vergifteten Bruſt Dolgorows, gleitete der Pfeil ab, als ob ein eherner Harniſch ſie bedeckte. Es wird vorüber gehen, dachte er kalt; denn der Schmerz Feodorownas erſchien ihm nur wie die Thorheit einer Schwärmerin und Axinias Jam⸗ mer berührte ihn gar nicht, da ſie zu einer Gattung Weſen gehörte, die er von Jugend auf nur als Dinge betrachtet hatte. Er war nur voller Freude, daß dieſes zufällige Er⸗ eigniß die Hinderniſſe aus dem Wege räumte, welche ſich noch geſtern ſeinen Planen unbeſiegbar entgegenzuſtellen ſchienen. Schnell eilte er daher zu Ochalskoi herüber, um dieſen von dem Vorgefallenen zu unterrichten, und überließ es der eintretenden Jeannette, für ihre Gebieterin zu ſorgen. Dieſe ſchlug bald das Auge wieder auf und war nun der Dienerin behülflich, Axinien ins Leben zurückzurufen. Als auch ſie endlich aus ihrer Betäubung erwachte, blickte ſie irr umher und ſchien mit den Augen einen Gegenſtand zu ſu⸗ chen, den ſie nicht zu nennen vermochte. Anfangs traf der tröſtende Zuſpruch Feodorownas nur ein taubes Ohr, ſie wußte nicht, was der leere Schall der Worte bedeutete, die ſie vernahm. Endlich faßte ſie es, als Feodorowna zu ihr ſprach: „Beruhige Dich, Arinia, der ſchreckliche Traum iſt vorüber; Du wirſt glücklich ſein!“ Da ſank die Gequälte, wie im Rauſche des Entzückens, mit heißen Freudenthränen an die Bruſt der Wohlthäterin, die ihr beide Arme öffnete und ſie liebend an das Herz drückte:„Du wirſt glücklich ſein, Axi⸗ nia,“ rief ſie noch einmal mit unausſprechlichem Schmerz. Aber Du weißt nicht, um welchen Preis! tönte es heim⸗ lich in ihrer Bruſt nach. Lange hielten ſich Beide umfaßt; die mächtigen, betäubenden Wellen der Schmerzen und der
Wonne, auf denen ihr Herz gehoben wurde, hatten jeden


