Teil eines Werkes 
1. Band, 1812 : ein historischer Roman : 1. Theil (1843)
Entstehung
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der ſie, im Gefühle ſeines Unrechts, aber zu ſtolz, um der Stimme der Menſchlichkeit Gehör zu geben, nur deſto er⸗ grimmter anblickte.Laß mich, ſchamloſe Dirne! rief er. Danke es meiner Gnade, daß ich Deine Schande durch eine ehrenvolle Ehe verbergen will! Axinia ließ die Arme ermattend los und richtete ihr bleiches, verzweifelndes Ange⸗ ſicht empor; jetzt erſt gewahrte ſie Feodorowna.O, bittet, bittet für mich, ſprach ſie matt und verſuchte, ſich auf den Knieen zu ihr hinzuſchleifen, ſank aber kraftlos mit dem Ant⸗ litz gegen den Boden.

Feodorowna kämpfte mit einem furchtbaren Entſchluß; ihr Buſen flog, ſie zitterte heftig. Endlich ſchwankte ſie mit bebenden Schritten auf den Vater zu:Vater! rief ſie, Gnade, Gnade! Ich will, ich muß o, auf dieſer Folterbank wird mir das Ja erpreßt! Nun wohl denn, es ſei! Es gilt die Rettung zweier unſchuldiger Opfer! Ich kann ſie nicht bluten laſſen ich darf es nicht. Gnade für ſie und ich bin Ochalskois Gattin! Mehr vermochte ſie in dieſer gewaltſamen Anſtrengung ihrer Kräfte nicht; ein Marmorbild, ſank ſie bewußtlos in Dolgorows Arme.

Dieſer ließ ſie auf einen Seſſel niedergleiten und zog dann die Schelle:Geht in den Hof hinunter und laßt den Gärtner Paul losbinden, ſeine Strafe iſt vorläufig aufge⸗ ſchoben, rief er dem Diener zu.Ruft auch das Kam⸗ mermädchen der Gräfin, ihr iſt unwohl geworden!

Feodorowna ſaß bleich, mit zurückgelehntem Haupt in dem Seſſel; die weißen Arme waren matt herabgeſunken, der

tiefblaue Himmel ihres Auges durch das geſchloſſene Au⸗ genlid bedeckt. Arinia lag noch immer betäubt am Boden.

Einen Tiger hätte dieſer Anblick des zerreißendſten Jammers, ieſes rührende Bild der aufopfernden Duldung gerührt. An