Teil eines Werkes 
1. Band, 1812 : ein historischer Roman : 1. Theil (1843)
Entstehung
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Gnade für dieſen Unglücklichen zu bewegen. Sein Loos knüpft ſich an das Ich glaube, Du biſt im Einverſtändniß mit meinen

zuchtloſen Dienern, rief der Graf entrüſtet.Alſo kennſt

Du ſchon früher als ich die Verbrechen, welche hier verübt wurden? Wer hat es gewagt, meine Tochter zu Vertrauten von Vergehen zu machen, die das jungfräuliche Ohr nicht nennen hören ſollte?

Feodorowna erröthete vor Unwillen und Beſchämung zugleich; ſie wollte im Gefühl ihrer Würde erwidern, doch bezwang ſie die Aufwallung und ſprach mit ſanftem Tone: Meine Jugendgeſpielin, theuerſter Vater, die unglückliche

Arinia, vertraute mir unter Thränen der Angſt und Ver⸗

zweiflung geſtern am ſpäten Abend ihr Vergehen. War es nicht natürlich, daß ſie ihr Herz einer ſchweſterlich empfin⸗ denden Bruſt öffnete? Nein, mein Vater, ſo werden Sie Ihre Tochter nicht verkennen, daß Sie einen kränkenden Verdacht auf ſie werfen ſollten! Feodorowna blickte den Vater bei dieſen Worten ſo ſchmerzlich mit ihren feucht glän⸗ zenden blauen Augen an, daß ſelbſt ſeine zürnende Strenge ſich einer mildern Regung nicht erwehren konnte. Ernſt nahm er das Wort:Ich hätte dem Unbeſonnenen, der, ein Fremder, die Ehre einer Tochter Rußlands ſo gering ſchätzte, daß er ſie mit Füßen trat, vielleicht vergeben, wenn er in Demuth und zur rechten Zeit ſein Verbrechen geſtan⸗ den hätte. Warum ließ er mich geſtern mein Wort geben? Habe ich es jemals meinem geringſten Vaſallen gebrochen?

Darf ich es jemals, ohne vor mir ſelbſt zu erröthen? Der

Burſche aber, im feigen Bewußtſein ſeiner Schuld, wagte nicht, den Mund zu öffnen, wagte nicht, was er doch

konnte, mir ſchriftlich ſchon nach Petersburg ſein Vergehen

zu melden! Und heute in aller Frühe kommt er zu mir wie