Teil eines Werkes 
1. Band, 1812 : ein historischer Roman : 1. Theil (1843)
Entstehung
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dorowna mit tiefſtem Ausdruck des Schmerzes, aber ohne Vorwurf.

Das Mädchen ſank, wie zuſammenbrechend, ihr zu Fü⸗ ßen nieder.„Tretet die Verworfene in den Staub,“ rief ſie wild;„ach, ſeid barmherzig, und laßt mich nicht länger bitten!“

Feodorowna beugte ſich mitleidsvoll zu ihr nieder und verſuchte ſie emporzuheben.„O, Du Unglückſelige! Richte Dich auf, faſſe Dich; Du haſt Troſt bei mir geſucht, ich werde Dich nicht von mir ſtoßen.“

„Nein! Laßt mich zu Euren Füßen liegen,“ rief Axi⸗ nia und drückte das Haupt verbergend in Feodorownas Ge⸗ wänder, indem ſie ihre Knie feſt umſchlang.

Feodorowna legte ihr beide Hände wie ſegnend auf das Haupt und ſprach erſchüttert:„Deine Schuld richtet Gott! Mein Herz, das ſelber menſchlich fehlt, ſoll Dich nicht ver⸗ dammen; ich will mit Dir weinen, will Deine Qualen lin⸗ dern, wenn ich's vermag. O, Du warſt gut, Arinia, Du warſt gut auch gegen mich. Du hatteſt ein weiches, lieben⸗ des Herz; es kann kein böſes geworden ſein. Ich will Dich nicht von mir ſtoßen, da ich weiß, was das Herz der Un⸗ glücklichen ſucht. Vertraue mir, richte Dich auf, ſei ganz offen gegen mich; dies iſt der erſte Schritt der Rückkehr von der Verirrung!“

Arinia hob das Antlitz langſam empor und blickte zu Feodorowna auf.„O, Ihr ſeid mild wie eine Heilige,“ rief ſie, und ſanfte Thränen entſtrömten ihren Augen. Sie be⸗ deckte die hülfreich dargebotene Hand mit Küſſen und ließ ſich von der gütigen Gebieterin emporheben, denn ihre bebenden Kniee verſagten ihr faſt den Dienſt. Feodorowna leitete ſie an ihr Ruhebett, und ſetzte ſich zu ihr nieder..

Lange dauerte es, bis die Wallung in Axriniens Bruſt