herunter. Leiſe zog Feodorowna die Thür nach ſich und ſchwebte einige Schritte vorwärts, ſodaß ſie nun das Ge⸗ ſicht des Mädchens faſt ganz von der Seite ſehen konnte. Da erſt bemerkte ſie die kalten, ſtarren Thränen, die der Ar⸗ men auf der bleichen Wange hingen, die ſelbſt das roſige Licht des Abends, das ſie umfloß, nicht fröhlich röthen wollte. Ihr Buſen hob ſich von leiſen, tiefen Seufzern, die Lippen bewegten ſich wie flüſternd im Gebet; das Auge hing ſo unverwandt an dem Antlitz der himmliſchen Mutter, ihre Seele war ſo ganz in dem heißen Flehen aufgegangen, daß ſie die Kommende noch nicht bemerkte, als dieſe ſchon ganz nahe ſtand. Erſt als ſie ſanft zu ihr ſprach:„Arinia, Du beteſt?“ fuhr ſie erſchreckt empor, ſtand zitternd vor der gütigen Gebieterin und wollte ſich demüthig niederbeugen, um ihre Hand zu küſſen.
„Nein, nein, nicht ſo,“ ſprach Feodorowna, nahm ſie liebevoll in die Arme und blickte ſie mit unbeſchreiblicher Güte an;„ſei wieder die alte, vertraute Geſpielin. Schütte mir Dein ganzes Herz aus, Du Arme, denn ich ſehe, Du haſt tiefen Kummer!“
„Ach, Ihr werdet mich verſtoßen, werdet mich verach⸗ ten,“ rief das Mädchen, wand ſich los und rang verzweif⸗ lungsvoll die Hände.
„Arinia, was iſt Dir, ſprich, entdecke Dich,“ fragte Feodorowna ahnungsvoll ſchauernd.
„Nein, nein, ich vermag es nicht,“ rief die Unglück⸗ liche, und bedeckte ihr glühendes Antlitz mit beiden Händen; die Beklemmung drohte ihr den Athem zu rauben.
Was bedurfte es noch der Worte! Jeder Zug des in Angſt, Schaam und Jammer vergehenden Mädchens ſprach zu deutlich.„Axinia, Du biſt gefallen? Du?“ ſprach Feo⸗
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