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ganz früh, oder wenn Du magſt, erwarte mich hier auf meinem Zimmer bis nach dem Abendeſſen. Es bleibt ſo jetzt die ganze Nacht hindurch hell, und Kathinka beſtellt wol bei Deinem Vater, daß Du ſpäter kommſt.“
Dankbar ergriff Axinia die Hand ihrer milden Wohl⸗ thäterin, küßte ſie mit innigſter Liebe und bat mit kaum hörbaren Worten, bleiben zu dürfen. Feodorowna eilte in⸗ deſſen hinab, um den Vater nicht warten zu laſſen. Sie trat in den Saal, wo ſchon die Abendtafel gedeckt wurde; der Vater hörte ihre Entſchuldigung wegen des längern Ver⸗ weilens finſter aber ſchweigend an. Ochalskoi ſagte ihr einige höfliche Worte, jedoch in jenem kalten Tone, welcher ſtets
einen richtigern Maßſtab für das Geſagte ergibt, als die
Worte ſelbſt. Man ging zur Tafel; die Unterhaltung war einſylbig und froſtig. Das unbehagliche Gefühl des innern gwieſpalts unter den Anweſenden lähmte jede freiere und wär⸗ mere Ergießung der Bruſt. Selbſt Gregor vermochte nicht das liebevolle Entgegenkommen ſeiner Schülerin ſo herzlich zu erwidern, als nach langer Abweſenheit zu geſchehen pflegte; denn auch ihn drückte der niederſchlagende Gedanke an die Mittheilungen, welche der Vater ihm gemacht hatte. So wurde die Tafel bald aufgehoben, und man begrüßte ſich ſo kalt, als man beiſammengeſeſſen hatte. Gregor ging; der Greis nahm einen herzlich wehmüthigen Abſchied von Feodo⸗ rowna. Seine mitleidigen Blicke bewegten ſie, denn ſie ver⸗ ſtand ſie richtig. O Gott, alle Qualen ihrer Seele ſtamm⸗ ten von den Altern, denen ſie ihr ganzes Leben hindurch nur die heißeſte Liebe gezeigt, ihnen tauſend Opfer gebracht hatte! Um ihre Thränen zu verbergen, trat ſie in eines der Fenſter
und blickte auf die Landſchaft hinaus, welche noch immer
in dem röthlichen Dämmerſcheine des Abendhimmels glühte,
da die Sonne in dieſen nördlichen Gegenden kaum ein we⸗
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